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Petersburger Industrie 2013 im Abwärtstrend

Von   /  4. Februar 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Laut Petrostat hat die Industrieproduktion auf dem Gebiet von St. Petersburg 2013 um 1,2 Prozent abgenommen. Probleme gibt es vor allem im Nahrungsmittelsektor und beim Maschinenbau, gleichzeitig ist ein leichtes Wachstum bei der Metallverarbeitung und bei der Autoindustrie zu verzeichnen. Die Stadtregierung hält es laut Fontanka.ru für verfrüht von einer Stagnation zu sprechen, doch sind die Petersburger Zahlen sogar schlechter als jene für ganz Russland.


Das Absinken der Industrieproduktion steht im Gegensatz zu einem deutlichen Wachstum in den Vorjahren, das 2010 9,4 Prozent, 2011 13,3 Prozent und 2012 4,1 Prozent betrug. Zudem steht die Stadt schlechter da als der Landesdurchschnitt, der ein minimales Wachstum von 0,3 Prozent verzeichnet.

Die Statistik von Petrostat erfasst lediglich jene Unternehmen, die auf Petersburger Territorium produzieren, also keine Firmen, die lediglich hier registriert sind und hier Steuern zahlen, wie zum Beispiel „Gaspromneft“. Die Wirtschaftszahlen wurden auch nicht von einem der stärksten aktuellen Negativtrends beeinflusst – dem allgemein starken Produktionsabfall von Koks und Erdölprodukten um 73. In St. Petersburg sind nur einige wenige Unternehmen aus diesem Industriezweig vertreten.

Bier- und Tabakindustrie leiden unter Steuern und Verboten

Ein Absinken verzeichnet die Nahrungs- und Genussmittelindustrie – darunter die Petersburger Bier- und Tabakfabrikanten um 1,9 Prozent. Der Bierkonzern Baltika hält erst im Februar Bilanz zum Vorjahr, doch laut Fontanka.ru hat sein Präsident Isaak Scheps bei früherer Gelegenheit von einem Absinken der Produktion um bis zu 25 Prozent gesprochen, und davon, dass die Fabrik lediglich zur Hälfte ausgelastet sei. Nach seinen Worten ist daran vor allem die rigorose Anti-Alkohol-Politik der Stadt schuld, nach der Alkohol zu Nachtstunden praktisch nicht mehr verkauft werden darf.

Auch der Zigarettenfabrikant British American Tobacco veröffentlicht erst im Februar seine genauen Zahlen für 2013. Aber schon jetzt wird eine Produktionsabnahme auf dem gesamten Markt um 7 bis 8 Prozent prognostiziert. Als Grund wird die starke Verteuerung der Zigaretten durch erhöhte Steuern angegeben. Kostete 2006 ein Päckchen Zigaretten noch durchschnittlich 16 Rubel und im Vorjahr 43 Rubel, so wurden die Preise für 2014 auf rund 52 Rubel angehoben.

Auftragsrückgänge beim Maschinenbau

Mit einer Abnahme um 7,9 Prozent sorgte auch der für Petersburger traditionell starke Maschinenbau. Nach Meinung von Analytikern könnte das unter anderem mit der Kürzung von Investitionsprogrammen grosser Konzerne wie Gasprom und Rosset zusammenhängen. Auch die hiesige chemische Industrie (- 14,2 Prozent) sowie der Elektronik- und Optik-Bereich (-2,4 Prozent) weisen Minuswerte auf.

Immerhin wurde bei der Produktion von Transportmitteln ein Wachstum von 3,2 Prozent für 2013 registriert, wobei vor allem die Petersburger Autoindustrie eine wichtige Rolle gespielt hat. So wurde die Jahresproduktion von 2012 von 389.000 Fahrzeugen im letzten Jahr mit 390.000 bis 395.000 Wagen übertroffen. Eine steigende Produktion ist auch im Bereich Metallurgie festgestellt worden. Die städtischen Monopolisten bei der Elektrizitäts- Gas- und Wasserzulieferung weisen ein Plus von 4,5 Prozent vor.

Petersburger Statistik entspricht landesweitem Trend

Nach Aussagen von Analytikern entspricht die Petersburger Wirtschaftsstatistik durchaus dem landesweiten Negativtrend. Ein deutlicher Beleg dafür ist die Bauwirtschaft, die ein Minus von knapp fünf Prozent aufweist. Bei der Stadtregierung hält man die Bezeichnung „Stagnation“ für verfrüht, da andere Zahlen, wie das Bruttosozialprodukt für das vergangene Jahr noch nicht ausgewertet seien und man mit positiven Zahlen von bis zu 3,2 Prozent Wachstum rechnet.

Das gesamtrussische Anstalt für Statistik Rosstat hielt im vergangenen Jahr eine Zunahme bei der Erdölförderung von 0,9 Prozent, beim Gas 2,1 Prozent und bei der Benzinherstellung von 1,1 Prozent fest. Derweilen fiel die Stahlproduktion um 2,3 Prozent, Gusseisen um 0,7 Prozent, sowie die Stromproduktion um 1,6 Prozent. Dabei stieg die Industrieproduktion landesweit um 0,3 Prozent.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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