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PetersBürger in Deutschland – Konstantin Khalturin ist Träger des Kieler Wissenschaftspreises

Von   /  9. Juni 2009  /  Keine Kommentare

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Man findet sie überall: die PetersBürger. Egal wen man fragt, egal wo man fragt: Irgendwer kennt immer irgendwo irgendwen, der irgendwie eine Verbindung nach St. Petersburg hat.  Auch in Kiel gibt es mehrere PetersBürger, die sich dort heimisch fühlen. Einer von ihnen ist Konstantin Khalturin. Und Konstantin Khalturin ist nicht irgendwer. Er ist Zoologe und wird dieses Jahr mit dem Kieler Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Von Anna-Lena Dohrmann, Berlin

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird während der Kieler Woche (20. – 28. Juli 2009) offiziell verliehen – immer an zwei herausragende Wissenschaftler. Warum die Wahl neben Professor Dr. Friedhelm Taube auf Konsantin Khalturin gefallen ist, weiß der auch nicht so genau. „Da ist irgendwann ein Mann vom Oberbürgermeisteramt gekommen und hat mir einen Brief überreicht. Das war schon ein tolles Gefühl. Ich denke mal, sie haben bewusst auch einen jungen Wissenschaftler auszeichnen wollen. Ja, ich glaube es ist die Kombination: meine frühe Habilitation, die tolle Forschung, die wir hier betreiben und vielleicht auch, weil ich Ausländer bin.“

„Junger Forscher mit Zukunftspotential“

Khalturins Aufgabengebiet ist die molekulare Evolutionsforschung und dieses Jahr, im Alter von gerade mal 33 Jahren, hat er sich habilitiert. In der offiziellen Presseerklärung heißt es „als junger Forscher mit hohem Zukunftspotential“ wird Khalturin mit dem Wissenschaftspreis geehrt.

Zwischen der Universität in Kiel und St. Petersburg gibt es seit Jahren gute Beziehungen. So wurde Konstantin Khalturin gefragt, ob er nicht für seine Doktorarbeit nach Deutschland kommen möchte. Er kam und er blieb – mittlerweile ist er seit 9 Jahren in Deutschland. Doch bei aller Liebe, Konstantin Khalturin bleibt realistisch. „Ich bin wegen des Berufs nach Deutschland gekommen, es hätte auch Australien sein können…“

Mit 14 Jahren zum ersten Mal in Deutschland

Dabei war er schon als 14-Jähriger zum ersten Mal in Deutschland – und zwar für einen zweiwöchigen Schüleraustausch in Düsseldorf. „Das war ganz toll, ich habe die Zeit sehr genossen. Wir hatten viel Spaß. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zum Studieren nach Deutschland komme.“

Er lächelt, zuckt mit den Achseln. Tja, so ist es. Aber schlecht ist es nicht. Und vor allem weiß Konstantin Khalturin Kiel zu schätzen. “Dass die Stadt am Meer liegt, ist einfach toll. Die Ostsee verbindet meine zwei Städte: Kiel und St. Petersburg. Das gibt mir immer ein Gefühl von Zuhause.“ Trotzdem bleibt der Wunsch, später nach St. Petersburg zurückzukehren. „Irgendwie ist es doch immer schöner in der Heimat zu sein.“ Wieder lächelt er, fast schon entschuldigend. Er mag Kiel, aber er liebt St. Petersburg.

Vermisst die russische Weite

Kiel ist klein, St. Petersburg groß. Russland grossflächig, Deutschland eng – und diese russische Weite vermisst Konstantin Khalturin. „Wenn ich hier aus dem Fenster gucke, dann sehe ich immer Häuser…“ Mit seinen Händen zieht Khalturin imaginäre Grenzen. Zack, zack, zack – in Deutschland kann man nicht weit gucken, da kommt immer gleich das nächste Haus.

„Natürlich ist das in St. Petersburg auch so. Aber wenn ich aus der Stadt fahre, ungefähr zwei Stunden, dann ist dort einfach Platz. Da ist niemand mehr – einfach nichts!“ Er fuchtelt wild mit seinen Armen, kann sie gar nicht weit genug ausbreiten, um dieses endlose Nichts zu demonstrieren. Ein PetersBürger in Kiel – zufrieden, glücklich und erfolgreich. Und dennoch hängt sein Herz an St. Petersburg: Einmal PetersBürger, immer PetersBürger!

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