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Petersburger Hundebesitzer werden an die Leine genommen

Von   /  26. August 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Petersburgs erstes Hundegesetz steht kurz vor der Annahme durch das Stadtparlament – mit einer Reihe von Massnahmen soll vor allem die Sicherheit verbessert werden. Wie praxisreif die neuen Bestimmungen sind, die das Leben der Hundebesitzer und der Hunde selbst deutlich einschränken, bleibt offen.

Die wichtigste Neuerung ist, dass die Polizei in Zukunft die Möglichkeit haben soll, Hundebesitzer wegen ihres falschen Verhaltens zu büssen. Bisher gab es keine gesetzliche Grundlage dazu, und St. Petersburg ist bisher die einzige russische Region, die ein solches Gesetz einführt. Konkret soll in Zukunft Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren verboten werden, ohne Erwachsene mit dem Hund zu spazieren. Auch betrunkene oder narkotisierte Hundehalter können auf einem Hundespaziergang bestraft werden. Auch Personen, die ihren Hund unbeaufsichtigt herumstreunen lassen, droht eine Strafe.

Leine und Maulkorb werden obligatorisch

Die Hunde selbst müssen an der Leine geführt werden – grosse Exemplare müssen einen Maulkorb tragen, wobei diese Regel auch für Kampfhunde mit kleiner Körpergrösse gilt. Das Bussgelder ist für russische Verhältnisse empfindlich hoch: 3000 bis 4000 Rubel. Wer anderen Personen mit seinem Hund Schaden zufügt, muss bis zu 5000 Rubel zusätzlich zahlen.

Auch die Bewegungsfreiheit wird durch das neue Gesetz stark eingeschränkt. Grundsätzlich dürfen Hunde nicht mehr auf Spiel- und Sportplätzen, sowie im Bereich öffentlicher Gebäude (Schulen, Krankenhäuser usw.) sowie bei Massenveranstaltungen ausgeführt werden. Umgekehrt sollen für Hundespaziergänge besondere Zonen geschaffen werden – allerdings bleibt noch unklar, wie solche „Hundeplätze“ aussehen sollen.

Zwei Kinder wurden von Hunden angefallen

Ebenso fragwürdig ist die Praxistauglichkeit des ganzen Gesetzes, das nach seiner Bekanntgabe eifrig diskutiert und kritisiert wird. Die meisten Hundehalter befürchten, dass es nur eine neue Möglichkeit für korrupte und willkürliche Milizionäre darstellt, sich auf Kosten der Hunde „etwas dazu zu verdienen“. Trotzdem hat das Gesetz gute Chancen, angenommen zu werden, zu tief sitzt bei den meisten noch der Schreck über die beiden schweren Unfälle von diesem Sommer, bei denen zwei Kinder in Petersburger Vororten von Hunden angefallen und lebensgefährlich verletzt wurden. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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