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Gouverneurin „entfernt“ Verantwortliche für Schneechaos aus dem Amt und Eiszapfen von den Dächern – mit Lasertechnik

Von   /  3. Februar 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach dem völligen Versagen der Räumdienste während der starken Schneefälle um die Jahreswende hat die Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko die Konsequenzen gezogen. An einer Sitzung hat sie insgesamt elf Verantwortliche, darunter der stellvertretende Leiter des zuständigen Ministeriums entlassen. Gegen 125 weitere Personen läuft ein Disziplinarverfahren und sämtlichen Bezirksleitern wurde die Quartalsprämie gestrichen. Diese Strafaktion ist die umfassendste, die Matwijenko während ihrer Amtszeit unternommen hat.

Strafpredigt, Gründe und Massnahmen

An derselben Versammlung mussten die „Versager“ eine Strafpredigt der Gouverneurin über sich ergehen lassen und selbst Gründe und Massnahmen in dieser Angelegenheit darlegen. Wladimir Wachmistrow, Vizegouverneur und Leiter des Baudepartements erläuterte den Verlauf der Schneeräumung, die nach einer Inspektion der Gouverneurin angelaufen war.

85.000 Autos seien zu diesem Zweck mit Hilfe von Abschleppwagen vorübergehend von ihren Standplätzen entfernt worden, um den Schneepflügen Platz zu machen. Als Hauptproblem im Kampf gegen den Schnee nannte er den Mangel an „Dwornik“ (Strassenwischer) – insgesamt fehlten 5000 Arbeitskräfte. Auf die Ausschreibungen melde sich keiner, weil niemand für ein Monatsgehalt zwischen 6000 und 11.000 Rubel die harte Arbeit verrichten wolle.

Ultimatum: ein Jahr Zeit, um Ordung zu schaffen

Sergei Bulach, dem Koordinator der Räumungsarbeiten, stellte Matwijenko ein Ultimatum. Trotz seiner Erfahrung habe er schlechte Arbeit geleistet – wenn er es innerhalb eines Jahres nicht schaffe, seinen Laden in den Griff zu kriegen, fliege er im hohen Bogen aus seinem Amt, drohte die Chefin.

Daraufhin begann eine Beratung über die Massnahmen, um ein solches Chaos in Zukunft zu vermeiden. Die Vorschläge reichten von einer neuen Parkordnung bis zu einer Neuorganisation der Räumdienste. Die sensationellste Idee wurde jedoch von der Gouverneurin selbst eingebracht: Die Eiszapfen mit Schaufeln und Brecheisen herunter zu schlagen, seien Steinzeit-Methoden – in Zukunft müsse das per Laserstrahl geschehen, erklärte sie.

„Eiszapfen-Laser“ – darauf ist noch kein Forscher gekommen

Laut Erkundigungen der Zeitung „Kommersant“ ist eine solche Anwendung von Nanotechnik noch keinem Forscher in den Sinn gekommen. Ein auf Lasertechnologie spezialisiertes Insitut in Petersburg liess verlauten, man würde gerne einen entsprechenden Entwicklungsauftrag ausführen, doch habe man den Verdacht, dass diese Idee kaum ernst gemeint sei und wie immer alles bei Worten bleibe.

Bild/Montage: Eugen von Arb/SPB-Herold

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 3. Februar 2010
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  • Zuletzt geändert: Februar 3, 2010 @ 7:14 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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