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Saisonbeginn: Petersburger Gastgewerbe wird erpresst

Von   /  17. Mai 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Im Vorfeld der Fussballweltmeisterschaft versuchen Kriminelle die Besitzer von Mini-Hotels und Bars mit Stinkbomben und Negativ-Posting auf Tourismusportalen zu erpressen. Die Branche ist sich zwar schon einiges gewohnt, doch solch dreiste Methoden erlebt man zum ersten Mal.

Fontanka.ru beschreibt die Vorkomnisse am Beispiel der beiden Hostels «Chickadee» im Petersburger Zentrum. In der Nacht auf den 9. Mai wurde die Treppenhäuser beider Adressen mit Stinkbomben attackiert. Ein unerträglicher Gestank aus Ammoniak, Essig und Fäkalien machte sich breit, der auch nach intensiver Reinigung nicht verschwand.

Schon am 10. Mai erhielt der Besitzer der Hostels einen anonymen Anruf, in dem die «Probleme» angesprochen und eine «Zusammenarbeit» angeboten wurden. Allerdings schickte der Hostelbesitzer die Erpresser zum Teufel, bevor sie ihre Bedingugen formuliert hatten und zeigte sie bei der Polizei an.

Ruiniertes Rating bei „Trip Advisor“

Mit einer anderen Erpresser-Taktik machten die Besitzer einer Petersburger Bar-Kette Bekanntschaft. Über einen Account im russichen «Vkontakte»-Netzwerk wurden sie gewarnt, dass ihr Rating beim «TripAdvisor» ruiniert würde, wenn sie nicht sofort 7000 Rubel (knapp 100 Euro) überweisen würden.

Da die Bar-Kette die Auszeichnung «Traveller’s Choice besitzt, hat sie einiges zu verlieren und hat sich darum direkt mit der Administration von «TripAdvisor» und der Polizei in Verbindung gesetzt. Tatsächlich registrierte man dort eine Häufung negativer Ratings für die betroffenen Bars. Die Erpresserin lebt im ukrainischen Lviv und stritt die Erpressungsversuche nicht einmal ab.

Laut der Präsidentin der Vereinigung der russischen Klein-Hotellerie Jana Babina sind die oben aufgeführten Varianten, wogegen Erpressung eine weitverbreitete Methode in diesem Gewerbe ist. Oft, so Babina, kämen Drohungen von unzufriedenen Nachbarn der Hostels, die sich grösstenteils in umgebauten Wohnungen befänden. Oft seien die Drohungen ein Versuch, sich die Immobilien unter den Nagel zu reissen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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