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Petersburger „Früchte-König“ Wladimir Kechman in den Schlagzeilen

Von   /  8. April 2015  /  Keine Kommentare

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kekhman Vladimir

Von Eugen von Arb

Nach der skandalträchtigen Entlassung des Nowosibirsker Operndirektors Boris Mesdritsch wegen einer Tannhäuser-Inszenierung wurde an seine Stelle Wladimir Kechman gesetzt. Gegen die Entlassung und die Einsetzung Kechmans, der als „Früchtekönig“ und geschäftstüchtiger Direktor des Petersburger Michailowski-Theater bekannt wurde, gingen Kulturschaffende beider Städte auf die Strasse.

Die verworrene Geschichte begann bereits Ende Februar als der Nowosibirsker Mitropolit Tichon eine Klage gegen die zeitgenössische Tannhäuser-Inszenierung des Regisseurs Timofei Kuljabin wegen unzulässiger Verwendung christlicher Symbolik und angeblicher Verletzung religiöser Gefühle einreichte.

Zwar wurde der Regisseur durch einen Gerichtsentscheid von den Vorwürfen freigesprochen, doch wurde das Kesseltreiben gegen ihn und den Direktor des Operntheaters Boris Mesdritsch durch örtliche Abgeordnete der Regierungspartei „Einiges Russland“ fortgesetzt und die staatliche Ermittlungsbehörde (SKR) setzte ihre Ermittlungen fort.

Kirche forderte öffentliche Entschuldigung Mesdritschs

Ende März beschloss das russische Kulturministerium schliesslich die Absetzung des Direktors, mit der Begründung, dass keine Projekt mit Staatsmitteln unterstützt würden, die die Einheit des russischen Volkes gefährdeten. Ausserdem wurde Mesdritsch vorgeworfen, sich beim Publikum nicht für die skandalträchtige Inszenierung entschuldigt zu haben.

Auf seinen Posten wurde umgehend der als Petersburger „Früchtekönig“ bekannt gewordene Unternehmer (JFC) und Direktor Wladimir Kechman gesetzt, der ankündigte, er werde das Repertoire des Nowosibirsker Theaters umkrempeln und es in „Grosses Theater Sibiriens“ umbenennen. Damit zog er sich den Zorn des „Grossen Theaters“ (Bolschoi Theater) in Moskau zu.

Hausdurchsuchungen bei Kechmans Früchtekonzern

Gegen die Vorgänge um im Nowosibirsker Theater fanden mehrere Protestaktionen in Petersburg und Nowosibirsk stand, in denen der „Schutz der Kultur vor dem Kulturministerium“ gefordert wurde. Gleichzeitig führte die Polizei Hausdurchsuchungen in den Räumlichkeiten von Kechmans Früchte-Konzern „JFC“ durch, dessen Unternehmen sich seit 2012 in einem Konkursverfahren befinden.

In diesem Zusammenhang werfen die Sberbank und die Bank Moskwy Kechmann Betrug in Milliardenhöhe vor. Dieser hat den Prozess unterdessen als persönlichen Feldzug von Sberbank-Chef German Gref gegen ihn bezeichnet. Dieser weigerte sich, Stellung zu Vorwürfen Kechmans zu nehmen, der sich seiner Meinung nach „an der Grenze zwischen Gut und Böse“ bewege.

Bild: www.mikhailovsky.ru

www.fontanka.ru

www.rbc.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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