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„Petersburger Fondue“ – Embargokäse wird tonnenweise verbrannt

Von   /  7. August 2015  /  2 Kommentare

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eva.- Im Rahmen der Vernichtungsaktion illegal importierter Lebensmittel aus der EU wurde auch auf dem Petersburger Flughafen Pulkowo damit begonnen rund 20 Tonnen Käse aus Deutschland zu verbrennen. Eine erste Ladung von 500 Kilogramm wurde am 6. August vernichtet.

Laut Ria Novosti kam der Käse noch im vergangenen Oktober ohne Lieferschein nach Russland und wurde zwischengelagert. Daneben werden auch 40 Tonnen Früchte mit gefälschten Papieren vernichtet werden. Wie Fontanka.ru schreibt, wurden die Medien bereits am Tag davor zum Verbrennungsofen geladen, doch verschob man den Termin, weil es offenbar noch nichts zu verbrennen gab. Doch am Tag danach wurde der Käse aus dem Hafen nach Pulkowo gebracht.

Der Vernichtungsbefehl kam genau ein Jahr nach der Einführung des Embargos für Lebensmittel aus EU-Staaten als Antwort auf die Sanktionen der westlichen Staaten. Trotz eines spürbar eingeschränkten Angebots sind in russischen Supermärkten immer noch Produkte mit ominösen Herkunftsangaben erhältlich, die vermutlich illegal ins Land geliefert wurden.

Vernichtungsaktionen im ganzen Land

Am selben Tag begann man in mehreren russischen Städten, darunter Belgorod, Smolensk und Orenburg Embargoware zu verbrennen, zu zermantschen und zu vergraben. Die Aktion geschieht gemäss dem Präsidentenerlass vom 29. Juli, nach dem alle illegal importierten Lebensmittel direkt an Ort und Stelle zu vernichten sind.

Die martialische Massnahme sorgte in der Bevölkerung für Kopfschütteln – viele Leute empfinden es als Sünde Nahrungsmittel zu zerstören und erinnern daran, dass man sich zu Kriegszeiten jeden Bissen vom Mund abgespart habe und sogar schimmliges Brot gegessen habe. Mehrere oppositionelle Politiker schlugen vor, die beschlagnahmten Waren stattdessen an Kinderheime und andere wohltätige Organisationen zu verteilen.

Mittlerweile wird auch über ein Importverbot für medizinische Technik und Verbrauchswaren vom Röntgenapparat bis hin zu Präservativen diskutiert, die auf einer Liste des Wirtschaftsministeriums aufgeführt sind.

Bild: Lebensmittelvernichtung in Orenburg (Foto: Rosselchosnadsor Orenburg)

www.rian.ru

www.fontanka.ru

www.gazeta.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. Hausmann sagt:

    Guten Tag!

    Bei aller Sympathie für Rußland und, grosso modo, die gegenwärtige „Linie“: Man hat sich gedankenlos in die (populäre?) Sanktioneritis gestürzt. Dieser besondere Schuß geht schon jetzt hach hinten los und ich sehe nur Einen, der vor die Kamera treten könnte: „Ich habe einen Fehler gemacht … „, посмотрим

  2. Eckart sagt:

    Das ist doch absolut hirnrissig Lebensmittel zu vernichten. – Man sollte die Importhändler dieser Waren öffentlich an den Pranger stellen, und anschließend als „Schutzschilde“ zwischen die Fronten in die Ukraine schicken.

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