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Petersburger Flottentag 2017 mit grosser Kelle angerührt

Von   /  28. Juli 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Der diesjährige Flottentag wird mit einem riesigen Aufgebot an Schiffen und anderer Militärtechnik begangen. Mit über 60 Schiffen demonstriert die russische Marine ihr ganzes Machtpotenzial, zwei chinesische Schiffe symbolisieren den politischen Schulterschluss Russlands mit der neuen Militärmacht aus Fernost.

Gleich zweimal wurde die Flottenparade vorgängig geübt und dazu am hellichten Tag die Newabrücken im Petersburger Zentrum angehoben – in keinem der Jahre davor wurde ein solcher Aufwand betrieben. Im Fernsehen und anderen kremlnahen Medien läuft bereits seit Wochen eine riesige Werbekampagne für den Flottentag – kein Wunder, denn Wladimir Putin wird persönlich anwesend sein und sich als neuer Peter der Grosse und Flotten-Neugründer feiern lassen.

Wurden früher in der Regel alte und zweitklassige Schiffe präsentiert, so holte die russische Flotte diesmal die neuesten Schiffe her und das nicht zu knapp. Höhepunkt werden diesmal die „Peter der Grosse“, das grösste Nicht-Trägerschiff der russischen Flotte sowie der U-Boot-Raketenkreuzer „Dmitri Donskoi“ sein. Insgesamt nehmen mehr als 60 Schiffe der baltischen Flotte, der Schwarzmeerflotte, der kaspischen Flottilie sowie Marineflieger der Flotte aus dem Stillen Ozean an der Parade teil.

„Hahnenkampf“ zwischen Ost und West

Zwar zwang die wirtschaftliche Krise die russische Regierung dazu einige der ambitiösen Schiffbauprojekte hinauszuschieben, aber in den „fetten Jahren“ davor liessen die russischen Werften neue Kriegsschiffe und Unterseeboote gleich reihenweise vom Stapel. Im „Hahnenkampf“ zwischen den USA und Russland will man zeigen, was man hat. Gleichzeitig gehört auch diese Parade bereits zum latent geführten Wahlkampf Putins für das kommende Jahr. Auch hier versucht er zu demonstrieren, dass er Russland wieder gross gemacht hat – zumindest militärisch.

Der Flottenzirkus wird ausserdem mit einer aussenpolitischen Nummer bereichert – erstmals nehmen zwei chinesische Schiffe daran teil. Sie stammen aus einem Verband, der in diesen Tagen in der Ostsee vor Kaliningrad an russisch-chinesischen Manövern teilgenommen hat, die vom Westen mit grossem Missbehagen verfolgt wurden. Als Antwort darauf hatte Präsident Putin die Vertreter aller Ostseestaaten zur Parade nach Petersburg eingeladen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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