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Petersburger Café-Kette „Schastje“ erhebt „Ausländerzuschlag“

Von   /  27. August 2016  /  1 Kommentar

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eva.- In den Cafés und Konditoreien der Kette „Schastje“ („Glück“) in Petersburg, wird ausländischen Gästen ohne deren Wissen ein zehnprozentiger Zuschlag berechnet. Solche Tricks könnten sich bald sehr negativ auf das Image der Touristenstadt auswirken.

Der Rückgang an Touristen treibt seltsame Blüten im Petersburger Gastgewerbe. Wie die Zeitung RBK-Daily herausgefunden hat, werden ausländischen Gästen der „Schastje“-Cafés ohne dass sie es realisieren zehn Prozent mehr berechnet. Das gestanden Mitarbeiter der Lokale gegenüber den Journalisten.

Ob es sich bei den Gästen um Touristen bzw. Expats handelt, wird willkürlich vom Personal entschieden. Die einzige, wenn auch schwer überprüfbare Regel scheint darin zu bestehen, dass der Zuschlag nur bei Gruppen ausschliesslich ausländischem Bestand berechnet wird.

Ausländerabzocke: sowjetische Tradition

Mit diesem klar ungesetzlichen und ziemlich unverschämten „Strafzoll“ folgt die Kette der sowjetischen Tradition, Touristen bei jeder Gelegenheit zu schröpfen. Nach dem Regimewechsel wurde diese Praxis zwar weitgehend abgeschafft, doch in vielen Köpfen hält sich nach wie vor zäh die Meinung, die „reichen“ Ausländer sollten ruhig extra zur Kasse gebeten werden.

Auch in vielen Museen, wie zum Beispiel der Eremitage gibt es nach wie vor den weitaus höheren „Ausländertarif“, und für Ausländer, die hier leben und Steuern zahlen, ist es kaum möglich, den russischen Normaltarif durchzusetzen.

Dass damit gegen das Gesetz verstossen wird, ist die eine Sache. Eine ganz andere ist das sehr ungute Gefühl, das bei Touristen entsteht, in diesem Land auf Schritt und Tritt übers Ohr gehauen zu werden. Dieser Faktor, der in keiner der regelmässig durchgeführten Statistiken des Tourismusverbandes festgehalten wird, könnte leicht das Image der „Kulturstadt“ schädigen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rbc.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Ausländer „Zuschlag“ gibt es auch bei den Museen und Gärten.
    Um dem Gesetz genüge zu tun wird das dann halt einfach Normaler Eintrittspreis genannt und dann gibt´s die günstigeren Tickets für Einheimische Pensionäre, Kinder, Schüler, Studenten sind ja sowieso kostenlos usw.. Das ist extrem ätzend, zum Beispiel wenn wir mit den Gästen mit dem Boot nach Peterhof fahren, und dann dort nochmal zur Kasse gebeten werden sonst kommt man ja nicht vom Steg runter, und dann in der gemischten Gruppe die Ausländer den doppelten Preis zahlen.

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