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Petersburg will Passagierhafen mit neuer Fährlinie auslasten

Von   /  7. Juni 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach dem Verkauf der Fährgesellschaft St. PeterLine an ein italienisches Unternehmen versuch die Petersburger Stadtregierung ein Konzept für eine neue Fährlinie zu entwickeln. Einerseits will sie den Fährtourismus beleben, andererseits will die Stadt den neuen Passagierhafen, in den sie investiert hat, besser amortisieren.

Der Verkauf der St. PeterLine, sowie die aussenpolitische Krise haben St. Petersburg erneut zu einem wenig angelaufenen Fährhafen gemacht – daran ändert auch der neue Passagierterminal nichts, der nur zu rund einem Drittel ausgelastet ist. 2016 wurden über den Terminal 457.000 Passagiere abgefertigt, statt 1,5 Millionen wie vorgesehen. Um die Fähr-Szene wieder zu beleben hat nun die Betreiberfirma des Hafens einen Wettbewerb für ein neues Betreiberkonzept für 14,9 Millionen Rubel (rund, 150.000 Euro) ausgeschrieben.

Darin ist auch vorgesehen, dass eine neue Fährgesellschaft gegründet oder von aussen beteiligt werden könnte. Man schätzt die Kosten für die Umsetzung auf 100 bis 200 Millionen Dollar. Allerdings schätzen Experten die Situation kritisch ein. Zum einen verlangt St. Petersburg relativ hohe Anlegegebühren, die teurer sind in anderen Ostseehäfen.

Occasionschiffe selten und sehr begehrt

Zum anderen ist der neue Passagierteminal immer noch nicht fertiggebaut, so dass er nicht für Warentransporte einsatzfähig ist. Aus diesem Grund verkehrt auch die „Princess Anastasia“, das einzige von Petersburg aus verkehrende Schiff der Moby SPL immer noch über den an alten Passagierterminal.

Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist es offenbar schwierig, bereits bestehende Fährlinien wie etwa die finnische VikingLine oder die estnische TallinkSiljaLine für Fahrten von und nach Petersburg zu begeistern. Occasionsschiffe in der Art der „Princess Anastasia“ sind auf dem Markt sehr begehrt, bzw rar. Das zeigte sich nach dem Verkauf von St. PeterLine als der neue Betreiber eines der beiden Schiffe sogleich in eine andere Region verlegte.

Anreize schaffen

Neue Schiffe für den Eigengebrauch zu bauen ist nicht nur teuer, sondern dauert mindesten zwei bis drei Jahre. Hinzu kommt, dass die weit verbreitete Umstellung des Schiffsantriebs auf Gas neue Technologien verlangt. Darum bietet sich als Lösung vermutlich nur die Zusammenarbeit mit einer anderen Fährlinie an.

Dafür müssen aber gewisse Anreize geschaffen werden, zum Beispiel die Subventionierung der Treibstoffzölle, wie dies in anderen Ostseeländern gebräuchlich ist. Platz für eine neue Linie ist eigentlich da, meinen Experten, die auf Finnland verweisen, wo 6-7  Gesellschaften miteinander konkurrenzieren.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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