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Petersburg schlottert im Neujahrsfrost

Von   /  10. Januar 2016  /  1 Kommentar

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eva.- In hunderten von Wohnungen sind Heizungen ganz oder teilweise ausgefallen. Während die Bewohner die Stadt- und Wohnungsverwaltungen Versagen vorwerfen, findet man in der Stadtregierung, die anormale Frostperiode verlaufe eigentlich ganz normal.

Die Kälteperiode mit konstanten Minusgraden bis zu -20 und tiefer, die kurz nach Neujahr einsetzte, hat vielerorts für Notfallsituationen gesorgt. Wie jedes Jahr platzten gleich an mehreren Orten die Rohre der Fernheizungen. Aber während das bei normalen Temperaturen allenfalls für vorübergehenden Ärger sorgt, geht es bei dieser Kälte um Sein oder Nichtsein.

In hunderten von Haushaltungen müssen die Menschen in den Kleidern schlafen und sich durch gekochtes Wasser und brennende Gasöfen einigermassen warm halten. Der zuständige Vizegouverneur Nikolai Bondarenko bezeichnete die Situation hingegen als „nicht katastrophal“ – es gäbe keinen Grund zur Panik. Er gab auch zu bedenken, dass sogar nach der Wiederherstellung der Rohrschäden, die Heisswasserversorgung nur langsam wieder anlaufen könne.

Newski-Bezirk am schwersten betroffen

Laut seinen Angaben ist der Newski-Bezirk am schwersten betroffen, dort sind insgesamt 11 Brigaden mit der Behebung von Rohrbrüchen und Schäden in Häusern beschäftigt. Insgesamt 94 Häuser mit rund 4500 Bewohnern blieben ohne Warmwasser. Aber auch der Stadtnorden wurde nicht verschont – am 8. Januar wurden an der Uliza Demjana Bednovo gleich 27 Häuser vom Warmwassernetz abgeschnitten.

An der Uliza Sedowa blieb ein Haus 66 Stunden ohne Heizung – das, obwohl die Wohnungsverwaltung versprach, die Reparaturkolonne sei ununterbrochen an der Arbeit. Wieder an anderen Orten fühlen sich die Hausbewohner völlig im Stich gelassen und fühlen sich an die Frostperioden während der Leningrader Blockade erinnert. Die Heizkörper sind knapp handwarm und die Zimmertemperatur sinkt auf 10 Grad ab.

Zu wenig Personal vorhanden

Obwohl die zuständigen Dienste rasche Hilfe versprechen, ist es ein offenes Geheimnis, dass momentan nicht genügend Personal zur Verfügung steht, um überall zur Stelle zu sein. Betroffen sind auch Studentenheime, in denen es teilweise durch die schlecht isolierten Fenster zieht, und die Bewohner in Kleidern und Mützen schlafen müssen, um sich nicht zu erkälten. Die Temperaturen sollen in der kommenden Woche auf durchschnittlich -10 Grad steigen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Beim Autofahren habe ich gestern dank einer laengeren Strecke die Diskussiion im Radio „Baltika“ zum Thema verfolgt. U.A. haben sich Studenten bei einem Besuch eines zuständigen Chefbeamten nur in Unterhosen (Shorts) bekleidet gezeigt, um mit den Fotos die Verwaltung in den Sozialen Medien zu „trollen“ :)

    Ein Korrespondent sprach mit dem Chef des berüchtigten „Botkinskaya“ Krankenhaus, welches u.A. Zimmertemperaturen von unter 10° C in den Krankenzimmern und Behandlungszimmern bot. Die Patienten kommen um geheilt zu werden oder vor der Kaelte in der eigenen Wohnung zu flüchten und dann liegen sie hier auf Eis und werden noch kränker.

    Das Krankenhaus war dann auch Ziel einer Kommisiion von Staatsanwaltschaft zur Fanktensicherung und um die Katastrophe anzusehen. Die von der Stadtverwaltung versprochene „Wärme-Kannonen“ (so werden die die elektirischen bzw. Gasbetriebenen Bauheizungen in Rohrform genannt) waren noch nicht aufgetaucht. Der Chefartzt mit Galgenhumor, „Gut so sonst haette die Kommision ja gar nicht die wahren Umstände sehen können“….

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