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Petersburg im Winter – die Schnee-Apokalypse vom letzten Jahr wiederholt sich nicht

Von   /  3. Dezember 2010  /  Keine Kommentare

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Von Anna Smoljarowa

Der Winter zu St. Petersburg ist in diesem Jahr früher als gewöhnlich gekommen. Reichliche Schneefalle haben die Städter an die Apokalypse von Januar bis März 2010 erinnert, als die Petersburger in die Falle zwischen vereisenden und verschneiten Wegen und die riesigen Eiszapfen gerieten, die überall an den Dächern hingen.


Gouverneurin Valentina Matwijenko hat versprochen, dass sich ein solcher “Blockadenwinter” nicht wiederholen würde.  Tatsächlich brauchten Stadtverwaltung und Räumdienste in diesem November kaum mehr als drei Tage um auf den Schneefall zu reagieren. Die Frist brauchte es, um Schneeräumenmaschinen zu starten und die Fahrer, die im Saisonurlauben waren, herbeizurufen.

«Ich sehe regelmässig Schneeräummaschinen in der Stadt”, – sagt Pawel Rumjanzew, 23. – “und bin mit der Arbeit der kommunalen Dienste in diesem Jahr insgesamt zufrieden». Pawel ist aus dem hohen Norden nach St. Petersburg angekommen, und er freut sich über schon zweiten Schneewinter: «Früher war hier nur ein Matsch».

Wettbewerb «Saubere Dächer»

Für den Kampf mit den Eiszapfen hat die Stadtverwaltung den Wettbewerb «Saubere Dächer» durchgeführt (Ergebnisse werden in zwei Wochen bekannt). Im Rahmen dieses Wettbewerbes werden verschiedene innovative Lösungen und Projekte für die wirksame Reinigung der Dächer vom Schnee und Randeis gesammelt. Vielleicht nimmt daran auch Valentina Matwjienko teil, die im letzten Frühling angeboten hat, die Eiszäpfen mit Laser abzuschlagen.

In den zwei vergangenen Wochen wurde sichtbar, dass aus dem Alptraum des vorigen Winters Lehren gezogen wurden und man die Passanten und Autofahrer nicht mehr einfach ihrem Schicksal überlässt. Auf jeden Fall haben verschneite Straßen vor fünfzig Jahren niemanden verwundert: «Bis in die Sechzigerjahre gab es immer Schneehaufen”,  sagt Galina Abramowna, die 63 Jahre lang in der Stadt an der Newa lebt.

Opfer trotz mehr Schneeräumung

Trotz der wesentlich verbesserten Schneeräumung hat der Schnee bereits Opfer gefordert – allein diese Woche wurden vier Menschen von Eiszapfen getroffen, mehrere Dutzend Personen wurden nach Stürzen auf dem Eis mit Brüchen und Prellungen in die städtischen Spitäler eingeliefert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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