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Petersburg im Winter 2016 – ohne „Schnee-Hysterie“

Von   /  8. November 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Dank starkem Schneefall wurde die Stadt innert Kürze in den tiefsten Winterzustand versetzt. Der „Schneeschock“ sorgte im ersten Moment für ein Verkehrschaos an gewissen Orten, doch schaffte die Stadt den Übergang in die längste Jahreszeit diesmal relativ ruhig.

Für das geduldige Verhalten und das Fehlen einer „Schnee-Hysterie“ dankte die Stadtregierung der Bevölkerung in einer offiziellen Mitteilung. Die Verhältnisse seien nicht einfach, da innerhalb eines Tages 27,5 Zentimeter Neuschnee gefallen seien. Tatsächlich sorgte der ununterbrochene Schneefall seit dem 6. November stellenweise für einen Verkehrskollaps und Staumeldungen im tiefroten Bereich. Der Schneeregen in der Woche davor war für viele Autolenker eine Warnsignal, rasch auf die Winterreifen umzustellen.

Insgesamt meisterte die Stadt den frühen Wintereinbruch aber relativ gut. Die Räumdienste waren zuerst mit über 800 und später mit 1000 Fahrzeugen im Einsatz und sorgten an den meisten Stellen für begehbare Trottoirs und Wege. Auch die Kommunaldienste gingen rasch gegen die Schneemassen vor. Im Newski-Bezirk wurden gar kurzfristig 100 Beamte zur Schneebeseitigung vor Kliniken und der Metrostation „Uliza Dybenko“ abkommandiert.

Doch selbst dort, wo geräumt wurde, bildete sich rasch wieder eine neue Schneeschicht und der starke Wind bildete vielerorts Schneeverwehungen. Ausserdem machten sich die Auswirkungen der neuen Räummethode ohne Salz und Chemikate bemerkbar, die den Diensten mehr Arbeit abverlangt.

So war die Stadt am Morgen des 8. November bereits tief eingeschneit. Die Schneewehen waren teilweise so hoch, dass sogar Autobusse steckenblieben und die Passagiere beim Anschieben helfen mussten, wofür ihnen das Transportunternehmen „Passagieravtotrans“ dankte. Am Graschdansky Prospekt im Norden der Stadt geriet eine 77-jährige Rentnerin unter ein Räumfahrzeug als sie bei Rotlicht die Strasse überquerte und wurde verletzt.

Auch in der Region um Petersburg sorgte der Schnee für Probleme. So blockierte ein Güterzug für kurze Zeit den Zugverkehr aus dem nördlichen Wyborg. Eine Störung an einem Vorortszug bei Moskau sorgte ausserdem dafür, dass die Sapsan-Hochgeschwindigkeitszüge nach Petersburg Verspätung hatten.

Eine Ausnahme bildete der Flughafen Pulkowo, der wegen des Schneefalls bisher keine Flüge streichen musste. Die Hilfsorganisation für Obdachlose „Notschleschka“ hat angesichts des Wintereinbruchs ihre Aufnahme- und Versorgungsstellen geöffnet. Sie verteilt Informationszettel an die Menschen auf der Strasse, auf denen darüber informiert wird, wie sie soziale und juristische Hilfe bekommen können.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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