Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Petersburg gedenkt seinem ersten Bürgermeister Sobtschak – ohne Putin

Von   /  12. August 2017  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Anatoli Sobtschak, der erste Petersburger Bürgermeister, wäre am 10. August 80 Jahr alt geworden. Im Gegensatz zu früher nahmen weder Präsident Putin noch Ministerpräsident Medwedew an den Gedenkveranstaltungen teil.

Gedenkfeiern fanden auf dem Nikolskoe-Friedhof statt, wo Sobtschak begraben ist, sowie vor dem Denkmal auf der Wassili-Insel. Neben dem Aufmarsch einer Ehrengarde zollten die Stadtoberhäupter Gouverneur Georgi Poltawtschenko und Parlamentsvorsitzender Wjatscheslaw Makarow Sobtschak Respekt.

Putin liess sich vertreten

Ausserdem nahmen Sobtschaks Tochter Xenia sowie seine Witwe Ljudmilla Narusowa sowie eine ganze Reihe bekannter Freude und Zeitgenossen Sobtschaks an der Feier teil. Im Gegensatz zu früheren Sobtschak-Gedenkfeiern, kamen weder Präsident Putin noch Ministerpräsident Medwedew nach Petersburg. Beide hatten in den Neunzigerjahren wichtige Positionen in Sobtschaks Regierung.

Putin liess sich stattdessen durch seinen Bevollmächtigten Nikolai Zukanow vertreten. Zu Ehren Sobtschaks finden in Petersburg diverse Veranstaltungen statt. Auf Wunsch der Angehörigen werde man jedoch auf jeden Pomp verzichten, meinte Gouverneur Poltawtschenko.

Sobtschak galt als Reformer und Demokrat

Sobtschaks Amtszeit als Bürgermeister fiel in die schwierigsten Jahre der Stadt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion – 1991 bis 1996. Er war wesentlich an der Rückbenennung Leningrads in St. Petersburg beteiligt. „Eine Stadt sollte, wie ein Mensch, denjenigen Namen tragen, der ihr bei der Geburt gegeben wurde“, waren seine Worte.

Sobtschak, war vor seiner politischen Karriere Rechtsprofessor an der Leningrader Universität und galt als Demokrat und Reformer. Unter anderem arbeitete an der neuen Verfassung der Russischen Föderation mit. An den Wahlen 1996 wurde er durch seinen früheren Stellvertreter Wladimir Jakowlew übertroffen, was eine grosse Enttäuschung für ihn bedeutete. 2000 starb er an Herzversagen.

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Symbolfigur der Demokratie mit umstrittenem Erbe – Petersburg erinnert sich an Anatoli Sobtschak

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Schwarzweisse Bilderspuren in eine unmenschliche Zeit

mehr…