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Petersburg braucht mehr Platz – Vergrösserung in Sicht

Von   /  14. Mai 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Kaum ist der neue Gouverneur des Leningrader Gebiets eingesetzt worden, kommt bereits Bewegung in die Frage einer Fusion mit Petersburg oder der Übergabe einzelner Gebiete an die Stadt. Wie der „Kommersant“ schreibt, hat der neue Gouverneur Alexander Drosdenko, kurz nach seiner Einsetzung am Samstag gegenüber Journalisten erklärt, er sei bereit, die Frage einer Vereinigung zu behandeln und alle Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.


Das wird als klare Bestätigung dafür gewertet, dass der langjährige Gouverneur Valeri Serdjukow wegen seiner Verweigerung in dieser Frage abgesetzt wurde. Natürlich wird das offiziell nicht bestätigt und auch in der Vereinigungsfrage hält man sich kurz.

Er schliesse nicht aus, dass dazu kommen würde, meinte dazu der Petersburger Gouverneur Georgi Poltawtschenko – aber selbst wenn, dann würde es sich nicht um grosse Territorien handeln. Es würde lediglich darum gehen, Dinge der Stadt zu übergeben, die de facto schon ihr gehörten, zum Beispiel einige Leitungsnetze, Infrastruktur und Wohnsiedlungen.

Bürokratische Grenzüberschreitungen

Tatsächlich kam es in den vergangenen Jahren in gewissen Randbezirken zu solchen „Grenzüberschreitungen“. So wurde an einem Ort eine Überbauung, die territorial zum Leningrader Gebiet gehört, an das Petersburger Kanalisationsnetz angeschlossen, das heisst praktisch der Stadt Petersburg zuschrieben. Die Bewohner können aber bisher keine Registrierung für St. Petersburg erhalten, obwohl ihnen das versprochen wurde.

Sicher könnten durch eine Erweiterung der Stadt solche russlandspezifische bürokratische Fragen gelöst werden, aber es geht dabei sicher um mehr. Petersburg braucht Platz – der Hunger der Baufirmen scheint ungebannt, und auch der Bedarf an Industrie-Bauland steigt weiter an. Natürlich möchte die Stadt die Investoren und ihre Steuergelder bei sich behalten und nicht dem Nachbarn überlassen.

„Rosinen“ im Leningrader Gebiet

Von Interesse sind auch einige „Rosinen“, die sich in Stadtnähe aber auf Leningrader Gebiet befinden, so zum Beispiel die prachtvolle Residenz in Gatschina, die kürzlich an die Stadt übergeben wurde. Bereits im vergangenen Jahr schlug die Stadt vor, einen „radiologischen“ Cluster auf dem Gebiet vom Gatschina einzurichten – nicht zu zufällig, denn in der Gatschina befindet sich bereits das Petersburger Institut für Kernphysik.

Darum wird damit gerechnet, dass diese erfolgreiche Kleinstadt bald der Stadt angegliedert wird. Ob es dabei bleibt oder weitere Erweiterungen im Stile Moskau-Moskauer Gebiet folgen werden, ist offen. (eva)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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