Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Panzerkreuzer “Aurora” wird überholt – zum Krisentarif

Von   /  2. September 2014  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Der legendäre Kreuzer „Aurora“, dessen Kanonenschuss der Legende nach 1917 das Signal zum Sturm auf den Winterpalast gegeben haben soll, muss ins Dock. Ende September wird er abgeschleppt – dafür müssen insgesamt drei Newa-Brücken hochgeklappt werden.

Obschon es schon lange nicht mehr ausgelaufen ist und als Museumsschiff nur noch sehr begrenzt seetauglich ist, hat das Kriegsschiff dringend eine Überholung nötig. Nicht nur die Bordverschlüsse müssen erneuert werden, sondern auch ein anderthalb Meter langer Riss, der sich über die rechte Bordseite zieht, muss geschlossen werden.

Da die spektakuläre Aktion tagsüber geschehen soll und man gleichzeitig ein Verkehrschaos wegen der geschlossenen Übergänge vermeiden will, hat man den Umzugstermin auf ein Wochenende gelegt – den 21. oder 28. September. Dann wird das berühmte Kriegsschiff bis Ende Jahr seinen angestammten Liegeplatz auf der Petrograder Seite verlassen und von Schleppern gezogen über die Newa ziehen.

„Nordwerft“ wegen „Mistral“-Träger ausgebucht
Welche Werft die „Aurora“ reparieren will, ist noch unbestimmt – auch auf die zweite Ausschreibung des Auftrags hat sich bisher kein Bewerber gemeldet. Das ist verständlich, denn angesichts der Wirtschaftskrise nach der Krim-Okkupation musste das Budget auf Sparkurs ausgerichtet werden, wobei von den ursprünglich geplanten acht Milliarden Rubel nur noch 120 Millionen für das nötigste übrigblieben.

Erst war angenommen worden, die „Nordwerft“ würde die Reparaturen ausführen, doch wie laut Fontanka.ru wird die „Aurora“ nicht in ihre Docks schippern. Vermutlich rechnet man dort bereits mit den Endausrüstungsarbeiten an dem „Mistral“-Hubschrauberträger, den Frankreich noch diesen Herbst an Russland ausliefern will.

„Schlagseite“ – physisch und moralisch

Die ruhmreiche  „Aurora“ war in den vergangenen Jahren mehrmals unrühmlich in die Schlagzeilen geraten. 2009 hatte während des Petersburger Wirtschaftsforums an Bord des Schiffs eine wilde VIP-Party stattgefunden, mit der der Kreuzer in den Augen vieler „entweiht“ wurde. Obschon der russische Flottenkommandant Wladimir Wysotzki persönlich die Erlaubnis für das Fest gegeben hatte, wurden nur die beiden Offiziere verwarnt, welche den Befehl ausgeführt hatten.

Daraufhin wurde das Schiff  2010 vom damaligen Verteidigungsminister Anatoli Serdukow „ausgemustert“ und zum Museumsschiff ohne Besatzung erklärt, was wiederum für einen Skandal sorgte. Erst 2013 machten der neue Verteidigungsminister Sergei Schoigu und Gouverneur Poltawtschenko den Entscheid wieder rückgängig, und die Matrosen der Kriegsflotte kehrte zurück an Bord. Inzwischen hatten wegen der fehlenden Bewachung diverse Male Vandalen das Schiff verunstaltet, und 2012 machte die Aurora wegen eines defekten Aussenbordverschlusses sogar Wasser und bekam Schlagseite. (eva.)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Alles klar am Petersburger Flottentag – auch auf der “Aurora”

Piratenflagge auf Kriegsschiff Aurora – als Protest gegen die Armut

Illegale VIP-Party auf dem Kreuzer “Aurora” hat Folgen – das Schiff wird “degradiert”Politischer Rohrkrepierer auf der “Aurora” – VIP-Gäste vergnügen sich auf dem Symbol der Weltrevolution

[the_ad_placement id=\“single\“]

[the_ad_placement id=\“single\“]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Milde Strafe für jugendlichen Streich

mehr…