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Panzerkreuzer „Aurora“ im Morgengrauen nach Petersburg zurückgekehrt

Von   /  17. Juli 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach knapp zwei Jahren im Kronstädter Dock ist die „Aurora“, eines der wichtigsten Petersburger Wahrzeichen, wieder an ihren Liegeplatz. Schwierigkeiten gab es kaum während der Überführung in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli nicht. Erst wenige Meter vor dem Ziel wurde es knapp, wegen des tiefen Wasserpegels der Newa.

Die „Aurora“ liegt nun wieder am vertrauten Ort am Petrowski-Ufer. Obschon sie erst ab dem Flottentag Ende Juli wieder zu betreten sein wird, tummeln sich schon jetzt Massen von Touristen und Neugierigen am Ufer. Auch in der Nacht der Überführung von Kronstadt nach Petersburg, erwarteten Hunderte das alte Kriegsschiff. Die dreistündige Fahrt über die Finnische Bucht in Begleitung von vier Schleppern verlief problemlos. Der Transport musste mit aller Vorsicht geschehen, weil die „Aurora“ als Museumsschiff weder über Antrieb, noch Steuer verfügt.

Probleme erst beim „Einparkieren“

Die Probleme begannen erst am Schluss wenige Meter vor dem Ziel als der Panzerkreuzer wieder vom Newa-Hauptstrom in die abzweigende Newka zum Liegeplatz bugsiert werden musste. Wie „Fontanka.ru“ schreibt, hat das Schiff dort maximal 70 Zentimeter unter dem Kiel, so dass es  an gewissen Stellen buchstäblich um Zentimeter ging, um ein Auflaufen auf den Grund zu verhindern.

Wegen des Zirkelns beim „Einparkieren“ dauerte die Rückfahrtsaktion drei Stunden länger als geplant. Schon beim Wegtransport der „Aurora“ im September vor zwei Jahren hatte das tückische Fahrwasser für Probleme und Verzögerungen gesorgt. Da in der Nacht der Wasserspiegel etwas höher ist, wurden diesmal die Nachtstunden für den Rücktransport gewählt.

„Aurora“ wieder fest mit dem Ufer verbunden

Zwei der Schlepper und ein Schwimmkran blieben aus Sicherheitsgründen bei der „Aurora“ bis diese wieder sicher an ihrem Liegeplatz verankert war. In den Stunden nach dem Anlegen wurde sie wieder mit den Bojen und Stahlträgern verbunden, und auch die Elektrizitätsversorgung wurde wieder hergestellt.

In der Weft wurde der Der Rumpf der „Aurora“ überholt und ein Leck zugeschweisst. Das Schiff erhielt ein neues Feuermelde- und Löschsystem. Das Teak-Deck sowie die gesamten Museumsräume wurden renoviert. Ausserdem installierte man schmucke Abdeckungen an einigen der Deckaufbauten und an den Geschützen.

„Aurora“ kann jetzt Salut schiessen

Die berühmte Kanone, aus der Leutnant Schmitt 1917 das Signal zum Sturm auf den Winterpalast gegeben haben soll, kann nun an Feiertagen Salutschüsse abgeben. Die Ausstellungsfläche wurde durch einige Kajüten erweitert und die Ausstellung insgesamt modernisiert, sowie durch Multimedia-Elemente ergänzt.

Wie zu Sowjetzeiten werden auf der Aurora künftig aktive Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten Dienst leisten. Gelöst wurde auch die Streitfrage der Kommunisten, welches Wappen die Aurora in Zukunft trägt. Das Wappen auf dem Schiff bleibt der fünfzackige Stern der UdSSR, und auf der Andrejewski-Flagge trägt die „Aurora“ den Rotbanner-Orden sowie den Orden der Oktoberrevolution.

Fonds für Unterhalt der „Aurora“ gegründet

Für den Unterhalt der „Aurora“ wurde ein Fonds gegründet, der Geld sammelt. Ausserdem ist geplant, Kadetten der Nachimow-Marineakademie beizuziehen, um Detailarbeiten an Bord auszuführen. So zum Beispiel die Beschriftung der Armaturen usw. Über einen neuen Pavillon zur Abfertigung der Touristen haben sich die Stadt und die Flotte geeinigt. Die Stadt spendiert den Pavillon, die Flotte übernimmt die Kosten der Ausrüstung

Die Souvenir-Stände neben der „Aurora“ soll es nicht mehr geben, sämtliche Verträge mit Inhabern wurden gekündigt. Doch wie die allgemeine Praxis zeigt, wirkt dieses Verbot lediglich die ersten Monate nach der Eröffnung, und bald werden die aufsässigen Matrioschka-Händler auch dort wieder ihrem Gewerbe nachgehen.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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