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Orthodoxe Kirchenaktivisten gehen wegen Petersburger Isaakskathedrale vor Gericht

Von   /  28. März 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Aktivisten der orthodoxen Kirche wollen die Übergabe der Isaakskathedrale per Gerichtsentscheid durchsetzen. Sie fordern freien Eintritt und beschuldigen die Direktion der unrechtmässigen Verwendung der Gelder. Der Museumsdirektor gibt sich empört und erinnert daran, dass der Eintritt zu den Gottesdiensten bereits kostenlos sei und die Kirche den Unterhalt der Kathedrale nicht bezahlen kann.

Schon im vergangenen Herbst hatte der Petersburger Gouverneur Georgi Poltawtschenko die Übergabe der zweiten Petersburger Hauptkirche an die russisch-orthodoxe Kirche zurückgewiesen. Das Hauptargument damals, dass die Kirche ohne zusätzliche staatliche Mittel den Unterhalt der Kirche nicht gewährleisten kann. Als Museum und Touristenattraktion mit Eintrittskarten hingegen kann die Kathedrale nicht nur den Betrieb bezahlen, sondern bringt jährlich eine stolze Summe in die Staatskasse.

Auf der Klägerseite sind Aktivisten des „Byzantinischen Klubs“ unter der Leitung des Priesters der Sampsonowski-Kirche federführend, die formal zur Isaakskathedrale gehört. Wie sie an einer Pressekonferenz sagten, erhalten sie keine offizielle Unterstützung der orthodoxen Kirchenleitung, doch werde der Schritt gebilligt, sonst hätte man es ihnen zu verstehen gegeben. An erster Stelle fordern die Kläger nun freien Eintritt in die Kathedrale. Unterstützt werden sie von der „Liga des heiligen Georg“, welche die Offenlegung der Buchhaltung der Kathedrale verlangt, weil man die Museumsleitung der ineffizienten Verwendung ihrer Gelder verdächtigt.

Eintritt für Gottesdienste bereits kostenlos

Der Direktor der Isaakskathedrale Nikolai Burow bezeichnete die Klage als unverschämt. Man verletze die Vereinbarung mit der Diözese nicht und schränke die Glaubensfreiheit nicht ein. Schon jetzt fänden Gottesdienste statt, für dessen Besuch kein Ticket nötig sei. Faktisch sei damit der kostenlose Besuch der Kirche für Gläubige gewährleistet.

Er erinnerte daran, dass 2015 3,7 Millionen Touristen per Ticket die Kathedrale besichtigt hätten. Ausserdem gab er zu bedenken, dass im Fall der Isaakskathedrale das Restitutionsgesetz nicht gelte, weil die Kirche schon vor der Revolution nie der orthodoxen Kirche, sondern direkt dem Staat unterstellt gewesen sei. Er warf der Kirche vor, den Prozess aus Imagegründen zu unterstützen und um für zusätzliche Einnahmen zu sorgen. Wenn die Kirche vor Gericht bekäme, gehe er in Pension und mit ihm weitere 400 Angestellte.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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