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ÖV-Abbau in kostenpflichtiger Parkzone im Stadtzentrum

Von   /  29. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Statt den öffentlichen Verkehr in der kostenpflichtigen Parkzone im Petersburger Zentrum auszubauen, streicht die Stadtregierung die letzten Buslinien in dem ohnehin schlecht erschlossenen Gebiet. Worauf Autofahrer umsteigen sollen, wenn keine Alternativen vorhanden sind, ist unklar.

Im Gebiet zwischen Ligowski-, Newski-, Liteini-Prospekt und Kirotschnaja Uliza, wo ab Mai das Parken Geld kosten wird, ist zum Jahreswechsel die letzte Buslinie gestrichen worden, schreibt Fontanka.ru. Der Autobus Nr. 105, der die Metro Vostania mit dem Krasnogwardeiski- und Kalininski-Rayon verbindet, fuhr bis dahin über die Uliza Majakowskogo und Uliza Schukowskogo – damit ist jedoch seit dem 1. Januar Schluss.

Das Busunternehmen „Treti Park“, das diese Linie führt gab an, die Fahrroute sei auf Bitte von Passagieren verlegt worden, die einen Halt vor dem Moskauer Bahnhof verlangt hätten. Eine Untersuchung hätte gezeigt, dass die gestrichenen Haltestellen unnötig seien, weil sie kaum benutzt worden seien – auch Reklamationen seien bisher keine eingegangen.

Stadtregierung: Testzone gut durch Metro erschlossen

Diese Entwicklung widerspricht jedoch den Versprechungen der Stadtregierung, parallel zur Einführung der kostpflichtigen Parkplätze, das ÖV-Angebot auszubauen. Angesprochen auf den oben genannten Fall, zeigte man sich beim städtischen Transportkommitee bereit, die Buslinie zu überdenken, wendete aber ein, der Bezirk sei ohnehin gut mit Metrostationen versorgt. Gemeint sind damit die „Tschernischewskaja“ und „Vostania“, die jedoch von gewissen Punkten im Bezirk nur mit einem wackeren Fussmarsch von 15 Minuten erreichbar sind.

Wladimir Waldina von der Bewegung „Stadt und Verkehr“ meint, dass man diese Probleme hätte vermeiden können, wenn man 2006 nicht die Tramlinie entlang der Uliza Nekrasowa aufgehoben hätte. Verkehrsexperte Maxim Katz kritisiert das Park-Pilotprojekt als Ganzes. Die Kostenpflicht hätte seiner Meinung nach gleich auf einem grossen Gebiet eingeführt werden sollen, bei einem gleichzeitigen Ausbau des ÖV-Angebots.

Die Stadt hat angekündigt, die kostenpflichtige Parkzone noch 2015, nach der Testphase massiv zu vergrössern. Die Verstärkung der öffentlichen Verkehrsmittel sieht allerdings etwas mager aus. Der Hauptakzent soll bei der Metro liegen, die jedoch nur langsam vorankommt. Zudem sollen zusätzliche Parkhäuser an der Peripherie gebaut werden. Beim Tram-, Bus- und Trolleybus-Verkehr sind keine Erweiterungen geplant.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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