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Nordkoreanischer Diplomat flüchtet von Petersburg nach Minsk

Von   /  8. Juli 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 2. Juli floh ein Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft mitsamt seiner Familie aus Petersburg in die weissrussische Hauptstadt Minsk. Die Flucht des Diplomaten wurde erst vier Tage später bekannt.

Am 6. Juli meldete der Vorgesetzte von Kim Tchor Sen, der als dritter Sekretär der auf der Wirtschaftsabteilung der nordkoreanischen Botschaft angestellt war, dessen Verschwinden. Die Nachforschungen von Polizei und Geheimdienst, sowie Aufzeichungen der Überwachungskamera vor der Wohnung des Diplomaten ergaben, dass er, sein Sohn und seine Frau am 2. Juli per Dienstwagen auf den Pulkowo gefahren sind, von wo aus sie mit einem Flug der Gesellschaft Belavia nach Minsk flogen. Wohin die „Flüchtlinge“ weitergereist sind, ist bisher unbekannt.

Fest steht eigentlich nur, dass ihre Flucht so oder so gelungen ist, da eine Auslieferung an Nordkorea ausserhalb Russlands unwahrscheinlich ist. Sowohl Russland wie auch China haben in der Vergangenheit mehrmals politische Flüchtlinge aus Nordkorea in ihre Heimat deportiert, wo sie gefoltert, eingesperrt oder sogar hingerichtet wurden. Man nimmt an, dass die geflohene Familie von Minsk weiter nach Westeuropa gereist ist.

Nordkoreaner als „Leiharbeiter“ in Sibirien

2016 erregte der Fall eines nordkoreanischen Flüchtlings Aufsehen, der zwei Mal aus Norkorea flüchtete und dessen Antrag auf politisches Asyl vom russischen Migrationsdienst erst beim dritten Anlauf angenommen wurde, nachdem die Medien darüber berichtet hatten. Sein Schicksal ist nach wie vor ungewiss.

Fluchtversuche von Diplomaten aus Nordkorea sind selten. Viel öfter flüchten Nordkoreaner im Grenzgebiet zu Russland oder China. Darunter sind auch Personen, die in Sibirien als „Leiharbeiter“ für Russland arbeiten müssen, als Kompensation für die Schulden Norkoreas bei Russland.

Bild: Wikimedia Commons

www.newsru.com

www.fontanka.ru

 

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  • Veröffentlicht: 2 Jahren vor auf 8. Juli 2016
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Juli 18, 2016 @ 5:09 pm
  • Rubrik: Aktuell, Politik

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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