Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

„Neues Museum“ mit Privatsammlung nonkonformistischer Kunst in St. Petersburg eingeweiht

Von   /  5. Juni 2010  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Auf der Wassili-Insel direkt gegenüber der gleichnamigen Metro-Station wurde das private „Neue Museum“ für zeitgenössische Kunst eröffnet (Fotogalerie). Die Einweihung ging an zwei Abenden über die Bühne, einer für VIPs und Presse, der andere für die Öffentlichkeit – beide Male waren die Räume überfüllt. Petersburg, das bisher über kein eigenes Museum für zeitgenössische Kunst verfügt, erhält damit eine weitere Plattform für die neueren Kunstströmungen.


Kein kommerzielles Projekt

In dem Kleinmuseum auf drei Etagen wird in erster Linie die Privatsammlung des Petersburger Unternehmers Aslan Tschechojew gezeigt. Sie besteht aus einem grossen Fond mit Werken von „Klassikern“ sowjetischer und postsowjetischer nonkonformistischer Kunst, wie Oleg Zelkow, Oskar Rabin, Lidia Masterkow, Anatoli Swerewa. Unter den zeitgenössischen russischen Künstlern sind Oleg Kulika, Leonid Rotarja, Grigori Majofisa vertreten.

Der Sammler Tschechojew sagte an der Eröffnung, er wisse, dass seine Institution streng genommen kein Museum sei, und man werde sich auch nicht offiziell als solches registrieren lassen. Andererseits sei das „Neue Museum“ auch kein kommerzielles Projekt, und man werde keine Kunstwerke verkaufen, sondern nur die Sammlung mit Neuankäufen erweitern.

Kunstatelier für Kinder geplant

Im „Neuen Museum“ sollen thematische Projekte gezeigt werden – im Herbst wird das Werk der nonkonformistischen Künstlerin Ewgenia Michnowa-Woitenko vorgestellt. Zu den Wechselausstellungen werden Ausstellungskataloge herausgegeben, und in Zukunft ist die Einrichtung eines Kunstateliers für Kinder geplant.

Tschechojew wurde im südossetischen Zchinwali geboren und ist Chirurg, doch schon seit den frühen Neunzigerjahren betätigt er sich als Geschäftsmann. Schon vor zwanzig Jahren begann er Kunst zu sammeln – seine Sammelstücke kaufte er einerseits direkt bei den Künstlern im Atelier, andererseits in Galerien und an Auktion von Häusern wie Christie`s, Sotheby`s, Phillip`s.

„Novy Musei“, W.O. 6. Linia 29, geöffnet Mittwoch bis Freitag 11-19 Uhr, Samstag bis Sonntag 12-20 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen. Tel. 323 50 90. www.novymuseum.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Generalstab: Neue Ausstellungsräume der Eremitage werden im September eröffnet

Kunst durchs Guckloch – Petersburg hat eine “Türengalerie”

Frauenkunst im Skulpturenmuseum – Dialog statt Konfrontation

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Milde Strafe für jugendlichen Streich

mehr…