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Neues Eremitage-Museum: viel teurer, dafür pünktlich fertiggestellt

Von   /  24. September 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die Kosten für den Ausbau des Ostflügels des Generalstabsgebäudes, wo das neue Eremitage-Museum ensteht, sind rund 50 Prozent höher als geplant. Die Mehrkosten können jedoch aus einem Reservefonds gedeckt werden. Ausserdem ist das Gebäude nun bezugsbereit und soll im kommenden Jahr Austragungsort für die europäische Kunstbiennale „Manifesta“ sein.


Statt der geplanten 10,6 Billionen Rubel (318 Millionen US-Dollar) hat die Umwandlung des früheren Militärgebäudes in einen hochmodernen Museumstrakt 15 Billionen Rubel (450 Millionen US-Dollar) verschlungen. Diese Kostenentwicklung hatte dieses Jahr bereits für Wirbel gesorgt als der staatliche Rechnungshof den Eremitage-Direktor Michail Piotrowski beschuldigt wurde, den Auftrag für die letzte Ausbauetappe an die Firma „Intarsia“ ohne ordentliche Ausschreibung vergeben zu haben.

Mittlerweile wurde diese Frage beigelegt, nachdem Piotrowski unter anderem von Kulturminister Wladimir Medinsky in Schutz genommen worden war. Die Kostenzunahme wurde unter anderem mit der Begründung akzeptiert, dass sie bei Berücksichtigung der Inflation durchaus im normalen Rahmen liege.

Kostenüberschuss durch Mariinsky-Gelder kompensiert

Der Zuschlag für die Firma Intarsia wurde damit begründet, dass man nicht mitten in einem Projekt auf ein anderes Bauunternehmen umsatteln wollte. Das Ausbau des gigantischen Ausstellungstrakts von über 60.000 Quadratmetern Fläche wurde zu 80 Prozent vom russischen Staat und zu 20 Prozent von der Weltbank finanziert.

Ein Teil des Kostenüberschusses soll laut der St. Petersburg Times durch Gelder finanziert werden, die beim Bau der neuen Mariinsky-Bühne nicht aufgebraucht worden waren. Im Gegensatz zur „Mariinsky-II-Zangeneburt“, die mehr als ein Jahrzehnt dauerte und ein Vielfaches der ursprünglich budgetierten Summe verzehrte, wurde das neue Eremitage-Museum mit wohltuender Pünktlichkeit beendet. Mit einer professionellen Öffentlichkeitsarbeit sorgten Eremitage und Intarsia stets für einen Eindruck relativer Transparenz und Korrektheit.

„Manifesta 2014“ kommt nach St. Petersburg

Somit steht das neue Museum offen für die 250-Jahr-Jubiläumsfeier der Eremitage im kommenden Jahr und für den ersten grossformatigen Kunst-Event – die europäische Kunst-Biennale „Manifesta“. Die Veranstaltung für zeitgenössische Kunst wurde 1996 erstmals in Rotterdam abgehalten – weitere Gastorte waren Ljubliana, Frankfurt, San Sebastian, Trentino-Südtirol u.a. Die kommende Ausgabe wird vom deutschen Kurator Kasper König kuratiert, der die Ermitage kürzlich zusammen mit dem russischen Künstler Pavel Pepperstein besucht hat.

Pepperstein wird neben anderen bekannten zeitgenössischen Künstlern, darunter Timur Novikow, Vladislaw Mamyshew, Maria Lassnig, Marlene Dumas und Nicole Eisenman an der Ausstellung vertreten sein. Insgesamt sollen die Werke von 43 Künstlerinnen und Künstlern präsentiert werden. König plant, zeitgenössische Kunst im Kontext zum späten 20. Jahrhundert zu zeigen – eine Epoche, die in russischen Museum nur schwach vertreten ist. Unter anderem will er dazu Joseph Beuys Kunstwerk „Wirtschaftswerte“ nach St. Petersburg bringen. (eva)

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.sptimes.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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