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Neuer Sprengstoff-Anschlag auf Lenin-Denkmal in Puschkin – Rechtsradikale bekennen sich

Von   /  8. Dezember 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER- AKTUALISIERT.- Am Abend des 6. Dezember kurz vor 23.00 explodierte beim Lenin-Denkmal auf dem Platz bei der Malaja- und Konjuschenaja-Strasse ein Sprengsatz. Die Explosion war von solcher Wucht, dass in der Umgebung sieben Fenster zu Bruch gingen.


Kurz danach wurde die gesamte Umgebung um das Denkmal von Omon-Sonderpolizei abgesperrt. Augenzeugen berichten, dass die Figur noch steht, jedoch leicht geneigt ist. Sie wurde aus den Fugen gerissen – der Oberkörper der Figur wurde abgehoben und seitlich verschoben. Die Bombe soll eine Sprenkraft von rund 100 TNT gehabt haben.

Ganz offensichtlich trug das gestrige Attentat die Handschrift von jenem, das am 6. April 2009 auf den Lenin beim Finnländischen Bahnhof in Petersburg verübt worden war. Damals wurde dem bronzenen Revolutionsführer das Hinterteil weggerissen, und die Skulptur wurde zur Reparatur für fast ein Jahr vom Postament genommen. Die Hintergründe wurden bisher nicht aufgeklärt.

Puschkiner Lenin wurde 1941 nach Deutschland geholt

Der Puschkiner Lenin wurde bereits vor vier Jahren beschädigt und daraufhin ersetzt. Seine Figur hat ein besondere Geschichte. An seiner Stelle stand vor der Revolution die Kirche der heilige Jekaterina, die vom Architekten Konstantin Ton gebaut worden war. 1938 sprengte man die Kirche und errichtete an seiner Stelle den Lenin-Platz.

1941 gelang es nicht, die Lenin-Skulptur vor dem Anrücken der Wehrmacht abzutransportieren. Sie wurde von den Deutschen demontiert und zum Einschmelzen nach Deutschland gebracht. Allerdings fand sie die Rote Armee 1945 unversehrt in Leipzig. Sie wurde in der damaligen DDR gelassen – im Gegenzug schenkte man Puschkin eine neue Figur.

Rechtsradikale übernehmen Verantwortung

Mittlerweile hat die Rechtsradikalen-Organisation „WP (White Power) – Newograd“ mit einer Erklärung im Internet die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Sie bekannte sich bereits zu mehreren Attentaten, unter anderen auch zum Mord an einem afrikanischen Studenten im vergangenen Dezember und zum missglückten Sprengstoffanschlag auf die Zugstrecke beim Petersburger Vorort Gatschina.

Die Polizei nimmt jedoch an, dass die Bekenntnisse dieser Gruppierung mindestens zur Hälfte reine „PR-Aktionen“ sind. Die Täter im Lenin-Attentat von Puschkin konnten bisher nicht ermittelt werden, doch sieht die Polizei anhand der „Handschrift“ einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Gatschina um beim Finnländischen Bahnhof im April 2009. (eva)

www.fontanka.ru

Bild: Der Lenin vor dem Finnländischen Bahnhof. Foto:Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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