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Neuer Petersburger Flughafen Pulkovo im Bau-Endspurt

Von   /  10. Juni 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Bis Ende dieses Jahres wird der neue Terminal des Petersburger Flughafens Pulkovo fertiggestellt. Nach jahrzehntelangem Märchenschlaf erhält damit die russischen Millionen-Metropole endlich eine Flughafen, der modernen Ansprüchen entspricht und der Petersburg zu einer attraktiven Flugdrehscheibe machen könnte.


Der neue Airport entsteht unmittelbar neben dem bisherigen Inland-Flughafen „Pulkovo I“ und wird mit diesem duch eine Galerie verbunden. Seine Kapazität wurde auf zehn bis siebzehn Millionen Passagiere pro Jahr festgelegt. Er ist ausgerüstet mit vierzehn Fingerdocks und bietet zusammen mit den per Bus bedienten Gates 26 Ausgänge. Wie jeder internationale Flughafen verfügt Pulkovo über eine Shoppongmall und eine Duty Free Shop, sowie über zwei Gebetszimmer für Passagiere christlichen und muslimischen Glaubens. Im architektonischen Konzept des britischen Büros Grimshaw & Partners Ldt wurden St. Petersburg als Meeresstadt mit einem „Wellen-Dach“ und die Blutskirche in Form einer Kuppel als Wahrzeichen der Stadt integriert. In unmittelbarer Nähe des Flughafens, werden ein Parkhaus, ein Businesscenter und ein Hotel gebaut.

Ausländische Billigflieger bisher nur in Finnland erreichbar

Der neue Flughafen soll nicht nur den Tourismus fördern, sondern auch das Image der Stadt als Wirtschaftsstandort verbessern. Auch als Transit-Drehscheibe wird Petersburg deutlich aufgewertet, weil ein Umsteigen von In- auf Auslandflüge und umgekehrt bisher sehr umständlich war. Bezüglich Flugverbindungen sind die Einführung von Direktflügen in die USA sowie vermehrte Flüge nach Asien vorgesehen. Ausserdem zeigen Billigflieger wie EasyJet und Ryanair, die für Passagiere aus dieser Region bis heute nur in Tampere und Lappeenranta erreichbar sind, Interesse am Petersburger Standort.

Die Eröffnung soll im kommenden Dezember stattfinden – ab dann wird der Flughafen, der der Stadt gehört für 30 Jahre zur Betreibung an das internationale Kosortium „OOO Vosdushnie Vorota“ übergeben werden, das auch den Umbau finanziert hat. Es besteht aus den Teilhabern VTB-Bank (57,5 Prozent), Fraport (Deutschland, 35,5 Prozent), Copelouzos (Griechenland, 7 Prozent). Unmittelbar nach der Erönnung des neuen Terminals soll der alte bisherige Inland-Terminal umgebaut werden. Die Arbeiten an Pulkovo-I sollen bis im Juli 2014 dauern, wonach dieser Terminal wieder die Inlandflüge bedienen soll.

Shuttle-Verbindung in die Stadt noch ungelöst

Immer noch offen ist die Frage einer Shuttle-Verbindung mit der Stadt. Bisher wurden drei Lösungen diskutiert: ein Schnelltram, eine Zugsverbindung wie der Aeroexpress in Moskau sowie eine Verlängerung der Metrolinie bis nach Pulkovo. Nachdem die beiden ersten Versionen lange Zeit als Favoriten galten, soll nun laut MR7.ru doch der Metro der Verzug gegeben werden.

Zwar würde eine Verlängerung der roten Linie nach der Station „Prospekt Veteranov“ mit rund 30 Milliarden Rubel mehr als das Doppelte kosten als ein Aeroexpress für 13 Milliarden Rubel, doch wäre es sicher die elegantere Lösung, und die Diskussionen einer oberirdischen Linienführung wären vom Tisch. Allerdings ist die Stadt dabei auf Gelder aus der Staatskasse angewiesen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.mr7.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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