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Neuer Höhenflug Surab Zeretelis: eine Jesus-Statue in St. Petersburg

Von   /  11. Juli 2016  /  1 Kommentar

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eva.- Wie bereits mehrmals in der Vergangenheit versucht der sowjetische Monumental-Plastiker und Präsident der russischen Akademie der Künste Surab Zereteli, sich in Petersburg ein Denkmal zu setzen. Diesmal bietet er der Stadt als Geschenk eine 80 Meter hohe Statue von Jesus Christus – die hier jedoch niemand haben will. Dort hingegen, wo man um seine Kunst wirbt, will er nicht hin.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, die Stadtregierung sei bereits auf der Suche nach einem Standort für den 33 Meter hohen Jesus auf seinem 47 Meter hohen Sockel – für die Medien eine willkommene Sensation im Sommerloch. Im Smolny liess man verlauten, möglich sei beispielsweise ein Ort im Newski-Bezirk. Das Problem sei allerdings die vorgeschriebene Maximalhöhe von 40 Metern, die nur mit einer Sondergenehmigung überschritten werden dürfe.

Mittlerweile äusserte sich sogar die russisch-orthodoxe Kirche abwehrend gegenüber den Plänen Zeretelis. Wie der Vorsitzende der Abteilung für Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft und Kirche der Petersburger Diözese Alexander Pelin gegenüber Ria Novosti meinte, würde eine solche Skulptur dem dem architektonischen Bild Petersburg schaden. Das Aufstellen solch gigantischer Statuen entspräche nicht der russisch-orthodoxen Tradition.

Sotschi: erster Versuch fehlgeschlagen

Zuvor wollte der unbescheidene Putin-Protégé seine Riesenskulptur in Sotschi aufstellen, doch fand man dort keinen geeigneten Standort, wie es hiess. Dann liess Zereteli verlauten lassen, er wolle seinen Jesus zusammen mit einer 16-köpfigen Figurengruppe der Romanow-Dynastie im 300-Jahre-Park im Norden der Stadt aufstellen, doch wurde dies im Smolny nicht bestätigt. Aber Zereteli, der seine volkstümlichen Statuen bereits auf dem ganzen Erdball, vor allem aber in seiner georgischen Heimat und in Moskau platziert hat, bleibt zäh.

Einmal hatte er es bereits geschafft, in der russischen Kulturhauptstadt ein „Geschenk“ zu hinterlassen, das schliesslich angenommen werden musste. 2005 liess er nach einer Ausstellung im Manege-Ausstellungssaal einfach eine acht Meter hohe Bronze-Skulptur von Peter dem Grossen stehen – ein „Geschenk“, das die Stadt letzlich annehmen musste und dementsprechend weit vom Stadtzentrum vor  Hotel „Pribaltiiskaja“ auf der Wassili Insel platzierte.

Kein Gehör für Angebote aus der Provinz

Doch dies scheint Zereteli nicht zu passen – wie in Moskau, wo sein gigantisches Schiff mit Zar Peter am Steuer – wie in Moskau, wo sein gigantisches Schiff mit Zar Peter aus dem Fluss gegen den Himmel ragt, möchte er auch in Petersburg „unübersehbar“ werden. Die Jesus-Gestalt Zeretelis ist dem Wahrzeichen Rio de Janeiro nachempfunden, die die Stadt am Zuckerhut weit sichtbar prägt.

Etwas Ähnliches schwebt ihm nun in Petersburg vor, denn dort, wo man ihn haben möchte, will er nicht hin. So haben sich schon verschiedene Regionen im Kaukasus sowie der Gouverneur des Leningrader Gebiets Aleksandr Drosdenko um das Standbild beworben. In den Petersburger Vororten Koltuschy oder Vsewoloschsk gäbe es genügend Platz, und man wäre sogar bereit, die Kosten für das Fundament zu übernehmen. Doch für Angebote aus der Provinz hat der Bildhauer aus der Hauptstadt kein Gehör.

Bild: Donatas Dabravolskas/ Wikimedia Commons (ID 1478)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Kein Wunder das die Werke von Herrn Zereteli in St. Petersburg keine Fans finden.

    Durch die guten Beziehungen zum ehem. Moskauer Bürgermeister Luschkow hat er ja die Hauptstadt mit teils fragwürdig kitschigen Skulpturen zugepflastert. Erst unter dem jetzigen hatten andere Künstler wieder eine Chance Berücksichtigt zu werden.

    Das Übergrosse Denkmal von Peter dem Grossen in Moskau sollte ja nach Versuchen es als (Kolumbus) in die USA oder die Karibik zu verkaufen auch mal am Gründungsort der Russischen Marine in St. Petersburg stehen.
    Schon damals hat die Stadt dankend abgelehnt und nur sein Freund Luschkow hat ihm dann den Standort an der Moskwa und die Baukosten geschenkt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Denkmal_f%C3%BCr_Peter_I._(Moskau)

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