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Neue Museumsräume für Eremitage im Generalstab ab Dezember geöffnet

Von   /  28. September 2010  /  1 Kommentar

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Von Eugen von Arb

Zusammen mit Journalisten unternahm der Eremitage-Direktor Michail Piotrowski einen Rundgang durch die neuen Räume im Ostflügel des Generalstabs (Fotogalerie). Er zeigte sich zufrieden über Qualität und Fortgang der Umbauarbeiten und kündigte die pünktliche Eröffnung am 1. Dezember an.


Zwar zeigte sich die “neue Eremitage” noch ganz in Baugerüste und Abdeckfolien gehüllt, aber die Züge der ausgebauten Innenhöfe im Generalstabsgebäude sind bereits deutlich zu erkennen. Besonders imposant wirkt das Riesentor im Innenhof, das über zwei mehrere Etagen hohe Eichenholz-Flügel verfügt.

Durch diese Pforte werden die neuen Räume betreten, um jene Kunst zu sehen, die grösstenteils aus dem alten Gebäude hierher umziehen werden: Französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter der stolze Matisse-Bestand des Museums, Skulpturen Rodins, ein Fabérgé-Museum, eine Orden- und Heraldik-Sammlung, eine Malteser-Ausstellung, sowie eine Abteilung mit russischer Avantgarde, darunter Werke Kandinskys und Malewitschs, inklusive “Schwarzes Quadrat.

Säle auf der Moika-Seite für Zeitgenössisches

In den Räumen auf der Moika-Seite wird zeitgenössische Kunst ausgestellt – unter anderem soll dort auch eine Installation Ilja Kabakows zu sehen sein. In der dritten Etage wird ausserdem eine Ausstellung den beiden Sammler Schukin und Morosow gewidmet, deren Sammlungen nach der Revolution verstaatlicht und in Eremitage überführt wurden. Auch das Jugendzentrum der Eremitage soll in den Generalstab umziehen.

Museumsdirektor Michail Piotrowski, der Bau-Verantwortliche der Eremitage Michail Nowikow und der Leiter des Architektur-Büros “Studio 44” Nikita Jaweina zeigten sich zufriden über den Stand des Ausbaus. Zwar sorge der historische Gebäude hin und wieder für Überraschungen, man finde unbekannte Wandmalereien, Mauern oder Drainage-Kanäle, die auf keinen Plänen eingezeichnet seien, doch schreite der Umbau den Umständen entsprechend sehr gut voran.

Automatische Beleuchtungsanlage

Neben der alten Bausubstanz, die maximal bewahrt wird, sind auch die moderne Technik und neue Baustoffe eine Herausforderung für die Baufirma “Intarsia”. Die neuen Museumsräume sind mit einer automatischen Beleuchtung ausgestattet, die das künstliche Lichte entsprechend dem Tageslicht dosiert. Dazu kommen neueste Klima und Lüftungsanlagen, die eingebaut werden. Die Flügel werden durch Glastreppen verbunden sein, insgesamt beförden acht moderne Liftanlagen die Besucher zwischen den Etagen.

Trotz der letztjährigen Finanzkrise gelang es den Planern den 4,4 Milliarden teuren Ausbau ins Trockene zu bringen. Zehn Prozent der Kosten wurden durch die Weltbank finanziert, den Rest bezahlt der russische Staat. Der erste Bauabschnitt ist bereits zu 95 Prozent vollendet und wird bis am 1. Dezember fertig.

Ziel: Fertigstellung bis zum Eremitage-Jubiläum 2014

Am 15. Oktober soll der Vertrag mit der Firma “Intarsia” für die zweite Etappe unterschrieben werden – die innerhalb von 25 Monaten abgeschlossen sein soll. Hauptziel ist die Vollendung des Generalstabsflügels bis 2014 – wenn die Eremitag ihr 250-Jahre-Jubiläum feiert. Das Generalstabsgebäude wurde vom Architekten Carlo Rossio von 1820 bis 1830 gebaut – den Ostflügel übergab man 1988 der Eremitage zur Nutzung.

Zum Abschluss der Medienkonferenz gab Piotrowski den erneuten Diebsstahl zweier Bronze-Adler aus dem Ensemble der Alexandersäule bekannt – gleichzeitig kündigte er an, man werde sämtliche Adler durch besonders robuste, diebsstahlsichere Figuren ersetzen.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Tolle Fotos! Ein Beeindruckender Umbau –
    Einzig die Frage mit 4 Millarden waren doch wohl „Rubel“ gemeint ? Das wären gleich 100 Millionen Euro so in etwa die Hausnummer die man hier erwartet?

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