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Nacht der Museen ein Riesenerfolg – auch dank Sommerwetter

Von   /  17. Mai 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Nacht der Museen (Fotogalerie), die am vergangenen Wochenende in St. Petersburg und anderen russischen Städten wie Moskau, Jekaterinburg, Woronesch oder Nowosibirsk über die Bühne ging, war ein Erfolg. In Petersburg lockte der Einfallsreichtum und das Engagement der Museumsleute und vor allem das warme Sommerwetter die Leute massenweise in die Museen. Obschon völlig dezentral organisiert, wurde die Museumsnacht auf der Peter- und Paulsfestung eröffnet, wo von der Brücke bei der „Haseninsel“ aus eine „Hasenparade“ in die Stadt zog.


Nächtliche Besuchermassen sorgen für Unruhe im Zoo

Das Museumspublikum vermischte sich mit jenen, welche dieses erste wirklich warme Wochenende an der Frischen Luft im Stadtzentrum verbringen wollten. Viele, vor allem junge Leute schlossen sich spontan der Aktion an, und schon bald bildeten sich vor einigen Museum richtige Warteschlangen – zum Beispiel vor der Manege, der Isaakskathedrale und vor dem Religionsmuseum in der Potschtamtskaja.

In Massen zogen die Menschen auch an andere Orte, die üblicherweise nachts geschlossen sind – zum Beispiel in den Zoo, wo der nächtlich Grossaufmarsch jedoch bei vielen Tieren für Unruhe sorgte. Die meisten Museen hatten für die Nacht Spezialführungen, Konzerte, Spiele oder andere Attraktionen vorbereitet.

Kriegsshow mit Originaluniformen im Artilleriemuseum

Für Furore sorgte zum Beispiel die Kriegsshow mit Akteuren in deutschen russischen Uniformen im Artilleriemuseum auf der Petrograder Seite. Die Ausstellung mit Kanonen, Sturmgeschützen und Raketenträgern im Vorhof zum Museum bot eine ausgezeichnete Kulisse für die Aktion.

Die Kriegsthematik wurde auch vom städtischen Skulpturenmusem aufgenommen, wo den Besuchern am Eingang eine Miniausgabe eines Dienstbüchleins der Roten Armee ausgegeben wurde, in das beim Empfang der Soldatenmahlzeit ein Stempel gesetzt wurde. Die 50 Gramm Wodka zu Kascha mit Fleisch aus der Original-Gulaschkanone bereiteten auf den Besuch der Ausstellung mit Skulpturen aus der Kriegszeit und den Dokumentarfilm “Wer bist Du, Mensch des 21. Jahrhunderts” von Alexander Schumljanski vor.

Führungen auf dem Friedhof, Klaviermusik im Achmatowa-Museum

Wer es lieber etwas friedlicher mochte, konnte sich einer Führung auf dem Nekropol, dem Friedhof neben dem Alexander Newski-Kloster, anschliessen. Das Anna-Achmatowa-Museum sorgte mit Live-Klaviermusik aus den Sechzigerjahren im Innenhof für eine besinnliche Stimmung.

Selbst entlegene Museen in den Vororten meldeten erstaunlich gute Besucherzahlen. Obschon noch keine Statistik vorliegt, gehen die Veranstalter davon aus, dass die Museumsnacht schon bald zu einem der Hauptevents des städtischen Jahreskalenders gehören wird.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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