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Nach Suzuki und Isuzu auch Toyota – Japans Autoindustrie legt Bautätigkeit in Russland auf Eis

Von   /  11. Januar 2009  /  Keine Kommentare

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rian.- Wegen des Rückgangs der Nachfrage auf dem Automarkt legt die Toyota Motor Corp. die zweite Baufolge ihres Betriebes in Sankt Petersburg auf Eis, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Sonntag. Das ist bereits der dritte japanische Autoproduzent, der seine Investitionspläne in Russland gründlich überprüft. Ende 2008 gaben Suzuki und Isuzu die Stillegung des Baus ihrer russischen Unternehmen bekannt.

Toyota Motor Manufacturing Russia ist der erste Autobetrieb in Sankt Petersburg, der im Rahmen des von den Stadtbehörden in Aussicht genommenen Auto-Clusters seiner Bestimmung übergeben wurde, und der zweite nach den Ford-Werken (Ford Motor Co., eine AG in der Stadt Wsewoloschsk, Gebiet Leningrad). Die Investitionen in das Projekt, das seit 2005 läuft, beziffern sich auf fünf Milliarden Rubel. (1 Euro = ca. 41,4 Rubel.)



Keine Warteschlangen mehr – Nachfrage stark zurückgegangen

Die Kapazität des Toyota-Werks beträgt 20 000 Toyota-Camry-Wagen im Jahr. Doch im ersten Halbjahr des vorigen Jahres stellte das Werk lediglich 1500 Wagen her. Der Konzern gab früher seine Pläne bekannt, bis 2010 die zweite Baufolge (Produktion eines Low-Budget-Modells) in Betrieb zu nehmen und die Produktion in der Russischen Föderation bis auf 200 000 – 300 000 Wagen im Jahr zu erweitern.

Igor Krajewski, Analyst der Investmentgesellschaft Antanta PioGlobal, erläutert: Wegen der Finanzkrise und der abnehmenden zahlungsfähigen Nachfrage seien die früher jahrelangen Warteschlangen nach besonders gefragten Automarken der größten Produzenten verschwunden und die Nachfrage nach den Modellen, die sofort gekauft werden konnten, sei durchschnittlich um 30 Prozent zurückgegangen. „Die Unternehmen, die ihre Verkäufe für das nächste Jahr geplant hatten, können jetzt nicht einmal das Ergebnis des nächsten Monats vorhersagen“, äußerte der Analyst.

Auch Volkswagen in Kaluga musste zurückkrebsen

Die Autokonzerne lösen das Problem unterschiedlich. Das deutsche Unternehmen Volkswagen zum Beispiel, das in seinem Werk in Kaluga den Produktionsumfang beträchtlich zu erweitern gedachte, gab diese Pläne Ende 2008 auf, beschloss allerdings, in Kaluga ein neues Modell in die Produktion zu geben. Aber gerade die japanischen Autokonzerne revidieren ihre Pläne in Russland am gründlichsten. Suzuki schiebt den Bau eines Werks in Sankt Petersburg (ursprünglicher Plan für die Inbetriebnahme: zweites Halbjahr 2009) auf, darunter „wegen des Sinkens der globalen Nachfrage“.

Etwas früher, Mitte Dezember, hatte Isuzu mitgeteilt, das Projekt einer mit der russischen Sollers AG gemeinsamen Produktion von schweren Lkw’s wird zeitweilig eingegestellt. Die Gründe: die sinkende Nachfrage nach der Technik sowie der anziehende Yenkurs.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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