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Museum für gesunkene Schiffe in Kronstadt geplant

Von   /  1. März 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Um das erste Trockendock Russlands vor dem Zerfall zu retten und den ehemaligen Kriegshafen Kronstadt touristisch und wirtschaftlich auf Vordermann zu bringen, wurde ein gigantisches Museumsprogramm erarbeitet. In einem Unterwassermuseum im gefluteten Dock sollen Schiffswracks und Unterwasserfunde gezeigt werden. Daneben soll ein Museumskomplex mit Kongresszentrum gebaut werden. Investoren könnten mit attraktivem Bauland in der Umgebung geködert werden.

Das Petrowski Dock war das erste Trockendock in Russland und wurde noch auf Befehl von Peter dem Grossen gebaut und 1752 fertiggestellt. Das Dock unterstand lange dem Verteidigungsministerium, wurde aber 2015 dem historischen Museum Kronstadt übergeben. Momentan ist es jedoch in einem jämmerlichen Zustand, sowie ein Grossteil der ehemaligen Seefestung.

Mit einem spektakulären Unterwassermuseum sollen das Dock und damit ganz Kronstadt zu einem Touristenmagnet entwickelt werden – ähnlich dem Wasa-Museum in Stockholm, wie Irina Babjuk, Leiterin des Komitees für Investitionen bei der Präsentation für den Petersburger Gouverneur Georgi Poltawtschenko sagte.

Dock überdachen und fluten

Das grossangelegte Projekt wurde vom „Zentrum für Unterwasserforschungen der russischen geografischen Gesellschaft“ erarbeitet. Das Zentrum wurde im vergangenen Jahr bekannt als seine Spezialisten Präsident Putin auf seinem spektakulären Tauchgang im Schwarzen Meer begleiteten, von der er  Amphoren-Scherben eines versunkenen Schiffswracks an die Oberfläche brachte. Wie Fontanka.ru schreibt, könnten eben diese Scherben im künftigen Schiffsmuseum ausgestellt werden.

Die Grundidee ist einfach: Das Dock wird überdacht und geflutet, und ähnlich wie in einem Ozeanarium die Fische können die Besucher in Unterwassertunnels die versenkten Schiffswracks bestaunen. Das Dock allein hat eine Gesamtfläche von 12.500 Quadratmetern. Auf weiteren 11.000 Quadratmetern ist eine Werft für die Renovation historischer Schiffe und sowie ein Kongresszentrum vorgesehen. Kostenpunkt: sechs Milliarden Rubel.

Finanzierung noch offen

Noch wird über die möglichen Investoren noch geschwiegen, und generell stellt die derzeitige Krise viele Projekte solchen Massstabs in Frage. Bekannt ist nur, dass der Direktor des Forschungszentrums der 27-jährige Sergei Fokin, Sohn von Georgi Fokin, dem Direktor von Gazprom Transgas St. Petersburg, ist. Dieser wiederum soll ein enger Freund des Unternehmers und Miteigentümers der Bank „Rossia“ Juri Kowaltschuk sein.

Daraus leitete Fontanka.ru eine mögliche Finanzierung des gigantischen Projekts durch Gazprom und die Bank „Rossia“ ab, was jedoch von Sergei Fokin als reine Spekulation zurückgewiesen wurde. Sowohl die definitiven Kosten als auch die Finanzierung seien noch nicht festgelegt.

Museumskomplex wäre gewaltiger Entwicklungsschub

Wie Fontanka.ru ausserdem schreibt, befindet sich direkt neben dem geplanten Museumstrakt die ehemalige Garnison mit einer Fläche von 21 Hektaren. Diese könnten den Investoren gewissermassen als Kompensation zur Überbauung mit Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.

Falls es nicht bei den Planskizzen und schönen Worten bleibt, könnte ein solches Museum für Kronstadt tatsächlich einen gewaltigen Entwicklungsschub bedeuten. Viele historisch interessierte Touristen unternehmen schon jetzt einen Abstecher auf die Festungsinsel, zeigen sich aber in der Regel enttäuscht über die unattraktiven Verkehrsverbindungen und den schlechten Zustand der einst stolzen Seefestung, die im übrigen immer noch „geheim“ und deshalb für das Publikum gesperrt ist.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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