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Modemacher Gerry Weber zieht sich aus Russland zurück

Von   /  9. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Das deutsche Modeindustrie- Unternehmen Gerry Weber erwägt nach eigenen Angaben den Rückzug aus Russland. Die Modemarke kann ihre Franchiseverträge in Russland kündigen, berichtet die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf Nina Lauterbach, Pressesprecherin der Gerry Weber International AG.

Laut Experten wird es keinen massenhaften Exodus westlicher Modehersteller aus Russland geben. Eine Abwanderung, die auf eine sinkende Rentabilität des Imports und steigende Mietkosten in Warenhäusern zurückzuführen ist, wird jedoch immer augenscheinlicher. Russland sei zwar ein wichtiger Exportmarkt für Gerry Weber,  das Unternehmen erwäge allerdings ein Ende der Kooperation mit Partnern aus Südeuropa, Russland und der Ukraine, um „dem Risiko von Zahlungseinstellungen vorzubeugen“, hieß es. In Russland ist das Unternehmen nicht mit eigenen Modegeschäften vertreten und setzt auf franchisegeführte Einzelhandelsgeschäfte. Hier hat Gerry Weber 60 Shop-in-Shops in Moskau, Sankt Petersburg, Nowosibirsk, Jekaterinburg und anderen Städten.

Gerry Weber Group ist nicht der erste ausländische Retailer, der seinen Rückzug vom russischen Markt angekündigt hat. Vergangene Woche hatte der CEO des finnischen Handelskonzerns Stockmann, Hannu Penttilä, bekannt gegeben, bis zum Jahresende 20 seiner Geschäfte schließen zu wollen. Als Ursache wurde die Abwertung des Rubels genannt. Im September wurde die Schließung von Geschäften der Modemarken Esprit, OVS und River Island bekannt gegeben, die von der Maratex-Gruppe betrieben werden, welche ihrerseits zur polnischen EM&F Group gehört. Der Retailer erlitt durch sprunghafte Veränderungen des  Wechselkurses des Rubels Einbußen.

Steigende Mieten und Erträge

Die Hauptgründe für den Rückzug aus Russland sind steigende Mieten in ausländischer Währung und sinkende Erträge in Rubel, so die Chefin der Firma Finn Flare, Xenia Rjassowa. Zudem geht die Kaufkraft der Bevölkerung zurück – insbesondere in den Regionen. So haben sich etwa in Kaluga, 160 Kilometer südlich von Moskau, gleich mehrere Großbetriebe auf verkürzte Arbeitszeiten umgestellt, was sich auf die Kaufkraft der Region negativ auswirkte.

Analysten zufolge wird der Rückzug von Auslandsfirmen aus Russland nicht massenhaft sein. Trotz eines wirtschaftlichen Rückgangs behält der russische Kleidungs- und Schuhmarkt ein beträchtliches Wachstumspotential, so der Experte der Investmentholding Finam Maxim Kljagin. Dieses Potential kann mittelfristig umgesetzt werden. Deshalb würden Großakteure, die über ausreichende Ressourcen verfügen, zur Politik der Investitionsverringerung greifen und zugleich ihre Marktpositionen behalten, um eine bessere wirtschaftliche Lage abzuwarten. (rian)

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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