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Mobiles Internet in Russland: Yota schreibt Wimax-Erfolgsstory

Von   /  29. August 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In Russland gibt es nur wenige Beispiele für erfolgreiche Innovationsprojekte – die russische Mobilinternetfirma Yota ist eines davon. Vor zwei Jahren begann Yota mit dem Aufbau des ersten Wimax-Netzes in St. Petersburg, und diese Woche startete sie in Kasan ein Kommunikationsnetz der vierten Generation (LTE-Technologie).


Wie die Zeitung „Kommersant“ schreibt, eröffnete Yota vor kurzem eine Niederlassung in London und erobert allmählich ausländische Märkte. Erfolge sind bereits in Nicaragua zu verzeichnen. Zudem will Yota 4G-Netze in Weißrussland und Peru aufbauen. Laut der britischen Zeitschrift „The Economist“ hängt Yotas Durchbruch mit der besonderen technologischen und Marketing-Strategie zusammen, weswegen die Firma innerhalb nur eines Jahres zu einer der führenden Kräfte auf dem russischen Markt der Internetkommunikation aufsteigen konnte.

Die Geschäftsgeschichte der Firma Yota entwickelt sich tatsächlich in einem für Russland hohen Tempo. Im Oktober 2008 wurde angekündigt, dass demnächst ein neuer Anbieter des Breitband-Internetzugangs auf dem Markt erscheint. Im Juni 2009 war es dann soweit. Nur ein Jahr später hatte die Firma bereits 600.000 Kunden. 4G-Netze (WiMAX-Netze) von Yota gibt es zurzeit in den fünf größten Städten Russlands (Moskau, St. Petersburg, Ufa, Krasnodar und Sotschi) mit der Gesamtbevölkerung von 25 Millionen Menschen. Die Rekordzahlen wurden dank gutem Marketing und dem Akzent auf den unlimitierten Breitband-Internetzugang vierter Generation möglich.

Bereits im Oktober 2009 gewann Yota die Gunst von 200.000 Kunden, so dass das Geschäft rentabel wurde. Im ersten Halbjahr 2010 belief sich der Gewinn der Firma schätzungsweise auf 66 Millionen Dollar, wobei die gesamten Investitionen bei 500 Millionen Dollar gelegen hatten.

Auf dem russischen Markt ist es zu einer Wende gekommen. Der neue Marktteilnehmer konnte auch die Vertriebsnetze der Mobiltelefone erfolgreich erobern, wo seine Modems öfter als andere Modelle verkauft bzw. zum Kauf empfohlen werden (laut einer Studie der Stiftung „Öffentliche Meinung“).

Experten sind sich einig, dass sich der Trend zur Preissenkung für den Internetanschluss nicht mehr ändern lässt. Noch mehr als das: Ausgerechnet Yota war der Auslöser der neuen technologischen Revolution. Die Firma war eine der ersten weltweit, die sich für das aussichtsreiche Format der 4G-Technologie LTE (Long Term Evolution) interessiert haben. Bisher hatte es ein funktionierendes LTE-Netz nur in Japan gegeben. Dank Yota ist Russland das nächste Land auf dieser Liste. In den USA ist der Start des LTE-Netzes für November geplant.

Viele Internetanbieter, die die WiMAX-Technologie einsetzen, verhalten sich eher zurückhaltend zu LTE. Denn erstens sieht die neue Technologie keine Integration mit älteren Generationen der Mobiltelefone und zweitens mangelt es an kompatiblen Smartphones. Die Firma Scartel, die unter der Marke Yota agiert, hat inzwischen eine Ausschreibung zur Entwicklung von eigenen LTE-Mobilfunkgeräten verkündet.

Branchenkenner räumen, dass die Zahl der LTE-Kunden bereits in einem Jahr die Zahl der WiMAX-Verbraucher erreichen könnte, obwohl LTE derzeit noch eine jungfräuliche Technologie ist. Dazu tendieren auch die Spezialisten der Firmen Ericsson und Nokia, die der LTE-Technologie die Spitzenposition auf dem Telekom-Markt im Jahr 2015 zutrauen. (rian)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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