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Mit Volldampf in die Bahngeschichte – neues Museum der Russischen Eisenbahn eröffnet

Von   /  6. Februar 2018  /  Keine Kommentare

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Von Emily Orlet

Das neue Museum der Russischen Eisenbahn (RZD( am Baltischen Bahnhof wurde 2017 zum 180-jährigen Jubiläum der Russischen Bahn eröffnet. Die grosszügige Ausstellungsfläche von 39 000 Quadratmetern bietet viel Platz zum Entdecken, beherbergt einmalige Exponate und eignet sich dank eines grossen Spezialangebots für Kinder auch gut für einen Besuch mit der ganzen Familie (Fotogalerie).

Gleich neben dem Bahnhof „Baltisky vokzal“ liegt das Museumsgelände, das neben dem eigentlichen Gebäudekomplex auch einen Aussenbereich mit verschiedenen Zugexponaten umfasst. Die Reise durch die Welt der Zugfahrt nimmt ihren Anfang jedoch im modernen und dekorativ gestalteten Eingangsbereich, der neben den Ticketkassen und Garderoben auch einen gut ausgestatteten Souvenirshop mit Sammlerstücken beherbergt.

Dann geht es los

Der Besucher wird chronologisch an das Thema der Eisenbahn herangeführt, von den Anfängen des Schienenverkehrs im Russland zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Hochgeschwindigkeitszügen und Zukunftsvisionen. In Sekundenschnelle ist dieser Wechsel am „interaktiven Zeitrad“ möglich, das die Ausstellung gleich zu Anfang eröffnet.

Leider sind zwei weitere Ausstellungsräume zur Geschichte der Eisenbahn nur im Rahmen einer geführten Exkursion zugänglich.  Die ausgestellten Züge werden ebenfalls im Rahmen ihrer zeitlichen Entwicklung präsentiert: Zu Anfang sind dies Holzwagons, dann folgen schon die ersten Diesellokomotiven bis hin zu den Raketeneinheiten aus der Zeit des Kalten Krieges.

Un-zug-änglich

Darüber hinaus wird auch das Interieur der Züge der jeweiligen Zeit wird bei einigen Exponaten sehr liebevoll widergegeben, wie beispielsweise die luxuriöse Teepause im Wagon der ersten Klasse der Strecke Moskau-Sankt Petersburg.

Die Züge sind allgemein nicht betretbar – möglicherweise aus Gründen der Sicherheit und wahrscheinlich nicht zuletzt um den Erhalt der originalen historischen Züge zu gewährleisten. Darüber hinaus fällt jedoch auf, dass auch einige kleinere Vorführungsräume, Teil der Ausstellung, noch nicht geöffnet sind oder gerade umgestaltet werden.

Liebevoll kuratiert

Insgesamt beherbergt das Museum eine Sammlung von 3500 Exponaten, die alle sehr vielseitig und kreativ ausgestellt werden. Wenn schon nicht von innen, lassen sich die Züge jedoch von aussen aus jedem Blickwinkel betrachten: Durch eine Unterführung ist ein Blick „von unten“ möglich und „von oben“ durch eine zusammenhängende Brückenkonstruktion. Sogar eine spezielle Drehscheibe wurde konzipiert, die langsam eine Lokomotive um sich selbst drehen lässt.

Ausserdem wurden Figuren aus Pappmache aufgestellt, sie stellen Szenen aus dem Alltag der Zugfahrt dar und machen die Atmosphäre der Eisenbahn greifbar: Ein Schaffner am Schreibtisch, ein Kontrolleur mit Laterne, ein Verletzter, eingeliefert für den Transport hinter die Front.

Bahn entscheidend bei der Entwicklung Russlands

Nicht zu unterschätzen ist hierbei auch die Wichtigkeit, die die Eisenbahn für die Entwicklung Russlands hatte. Und noch heute ist der Schienenverkehr sowohl im Bereich des Güter- wie auch Personenverkehrs für Russland von grosser Bedeutung, die Schienen verbinden den Westen mit dem Osten des Landes, prominentes Beispiel dieser gelebten Tradition und Kultur ist die Transsibirische Eisenbahn.

Bibliotetshny Pereulok 4, Korpus 2. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10:30 bis 18:00 (Einlass bis 17:00). Ticketpreise: 100-300 Rubel, Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Momentan sind leider keine Audioguides zum Verleih verfügbar. Für Rollstuhlfahrer geeignet.

www.rzd-museum.ru

Bilder: Emily Orlet/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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