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Millionen Russen gedenken des Sieges und der Weltkriegsopfer

Von   /  10. Mai 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Der 72. Siegestag verlief in vieler Hinsicht gleich wie alle vorherigen mit pompösen Militärparaden und patriotischen Reden. Die kalte und unfreundliche Witterung und die politische Grosswetterlage brachten allerdings das Protokoll durcheinander.

So wurde am Tag vor der Parade die Schiffe, welche zur Siegesfeier im Newabecken festgemacht hatten, überraschend abgezogen. Anlass dazu gab das Auftauchen eines amerikanischen Zerstörers im polnischen Hafen Gdansk, der mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgerüstet ist und laut dem russischen Verteidigungsministerium eine potentielle Bedrohung darstellt.

Die Absage der Flottenparade am 9. Mai wurde zunächst dementiert und später bestätigt. In wiefern es sich bei der Alarmierung um eine gezielte Demonstration von Alarmbereitschaft der Baltischen Flotte handelt, ist unbekannt. Fehlten die Schiffe, so flog zumindest die Luftwaffe während der Parade über den Schlossplatz, die wiederum in Moskau wegen des schlechten Wetters am Boden bleiben mussten.

Neue: Auftritt der „Junarmia“

An der Militärparade nahmen wie gewohnt Abteilungen aus Infanterie, Marine, Luftwaffe, Raketentruppen, Geheimdienst, Grenztruppen, Katastrophenschutz sowie verschiedenen Kadettenschulen teil. Neu war der Auftritt der so genannten „Junarmia“ – einem paramilitärischen Jugendverband, der erst im vergangenen Jahr gegründet worden war.

Die Parade der Kriegs- und Blockade-Veteranen über den Newski-Prospekt fand wiederum „motorisiert“ statt, da die meisten Teilnehmer bereits sehr gebrechlich sind. Sie wurden in historischen Fahrzeugen und unter dem Jubel tausender Zuschauer vom Vostania-Platz zum Schlossplatz gefahren.

Veteranen und „unsterbliches Regiment“ auf dem Newski

Die immer kleiner werdende Schar von Veteranen wurde von den Massen des „unsterblichen Regiments“ abgelöst, in dem Petersburgerinnen und Petersburger mit Fotos verstorbener Kriegsteilnehmer aufmarschierten. Dieses Jahr nahmen allein in Petersburg 700.000 Personen an der Gedenk-Parade teil, in Moskau waren es 800.000 Menschen – an ihrer Spitze marschierte Präsident Putin mit dem Bild seines Vaters mit. Insgesamt beteiligten sich 7,8 Millionen Russen daran teil, und auch im Ausland fand die Aktion Nachahmer in vielen Ländern.

Am Abend trat vor der Kasaner Kathedrale ein „Volkschor“-Konzert mit Soldatenliedern, und auf dem Schlossplatz unterhielt Alexander Rosenbaum die Menge bis zum traditionellen Feuerwerk.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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