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Milliardenschwerer Betrug: Baltische Werft absichtlich in den Ruin getrieben

Von   /  14. Juli 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die Baltische Werft, einer der grössten und traditionsreichsten Petersburger Schiffshersteller, wurde nach Ermittlungen von Polizei, Finanzpolizei und Antimonopolbehörde während Jahren finanziell ausgehöhlt und von einem gesunden Unternehmen innert Kürze zu einem Insolvenz-Kandidaten gemacht. Die frühere Geschäftsleitung unter dem Ex-Senator Sergei Pugatschew wird beschuldigt, die Werft in den Jahren seit 2005 mit einer Schuldenlast von insgesamt 9,2 Milliarden Rubel bei 69 Kreditoren vorsätzlich in den Bankrott getrieben zu haben.


Der Ruin wurde mittels diverser betrügerischer Geschäftsmethoden herbeigeführt, schreibt Fontanka.ru. Unter anderem wurden grosse und lebenswichtige Immobilien der Werft zu viel zu niedrigen Preisen verkauft, so dass sie danach beim neuen Besitzer gemietet werden mussten. Später wurden die Immobilien weiterverkauft, um den Betrug zu vertuschen. Die Werft wurde systematisch ausgeblutet, in dem Aktien zu Dumpingpreisen verkauft und das Unternehmen in betrügerische Bankgeschäfte verwickelt wurde.

Dabei wurden unter anderem auch Milliardensummen,  welche das russische Atomenergieunternehmen „Rosenergoatom“ für das geplante schwimmende Atomkraftwerk PATES bezahlt hatte, auf private Depositkonten Pugatschews überwiesen. Offenbar sanierte man auf Kosten der Baltischen Werft andere Unternehmen, wie die „Nordwerft“ (Severnaja Werf) mittels fiktiver Bestellungen, die später storniert wurden.

Pugatschew ist bereits ins Ausland entwischt, wo er ins Schokoladengeschäft eingestiegen ist. Andere Mitglieder der ehemaligen Geschäftsführung haben jedoch ihre Karriere in strategisch wichtigen russischen Rüstungsfirmen fortgesetzt. Die Spuren führen bis nach Moskau, und es wird erwartet, dass die Ermittler bei ihrer Arbeit bis in die höchsten Führungsetagen vordringen werden. (eva)

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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