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Milizia – Polizia: Ein Jahr nach der Umbenennung erhält die Polizei schlechte Noten

Von   /  6. August 2012  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Genau ein Jahr nachdem die Miliz zur Polizei geworden ist und jeder Ordnungshüter eine Neu-Attestierung durchlaufen musste, bietet sich ein trauriges Bild: Die Polizei ist in Verbrechen aller Art involviert und die Korruption grassiert. Bis zu dreimal pro Woche werden Petersburger Polizisten kriminell – Tendenz steigend.


Mit einem „Verbrechenskalender“ für den vergangenen Juli dokumentiert die Zeitung „Moi Rayon“ die Verwicklung der Justiz in Verbrechen. Das Spektrum ist gross: Bestechung, organisierte Prosititution, Drogenhandel, organisierter Autodiebstahl, Mord Wohnungsbetrug, Gewalt unter Alkoholeinfluss, Unfall wegen Alkohol am Steuer, Entführung, Erpressung, usw.

Wie der oberste Petersburger Polizeikommandant Sergei Umnow in einem Rundschreiben an die Presse schreibt, gehören zu fast allen Verbrecherbanden in der Stadt Polizisten – besonders im Drogenhandel und beim Autodiebstahl. Die Korruption feiert Rekorde – am 17. Juli wurde ein Verfahren gegen einen Beamten der Revisionskontrolle der Polizei eröffnet, der für die Deckung eines Schuldners 40 Millionen Rubel (rund eine Million Euro) erhalten haben soll.

Straffälliger durchlief Überprüfung problemlos

Absurderweise soll die Übergabe gerade in jener Zeit geschehen sein, als der Beschuldigte die so genannte „Pereattestazia“ durchlief, womit eine Neu-Qualifizierung des Personals gemeint ist. Mit dieser Überprüfungsprozedur sollten dienstuntaugliche Polizisten, zum Beispiel Straffällige, ausgeschlossen werden.

Gemäss einer Statistik wurden allein in St. Petersburg im Jahr 2011 136 Strafverfahren gegen Polizisten eröffnet – das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grossteil davon (69 Vergehen) fallen in den Bereich Korruption, was fast einer Verdopplung gegenüber 2010 gleichkommt. Gewalt gegenüber Zivilisten in 32 Fällen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Seit Jahresbeginn wurden über spektakuläre Verbrechen bekannt, an denen Polizisten beteiligt sind.

Polizei verhielt sich während Neuattstierung „brav“

Während der Attestierung im vergangenen Jahr sei es sehr still geworden, weil die Polizisten sich zurückgehalten hätten, kurz danach sei die Zahl von Übergriffen aber wieder in die Höhe geschnellt, kommentiert Natalia Taubina, Direktorin des Hilfsfonds für Opfer von Rechtswillkür „Gesellschaftsverdikt“. Es sei dringend nötig den ganzen Polizei- und Justizapparat zu reformieren.

Zwar sind die Zahlen zu den einzelnen Regionen verschieden, doch ist der Ruf der Polizeiorgane im ganzen Land ausgesprochen schlecht. Immer wieder geschehen Übergriffe und Verkehrsunfälle, an denen Polizisten beteiligt sind. Für landesweites Aufsehen sorgte die Aufdeckung von zahlreichen Fällen von Gewalt und Vergewaltigung auf einer Kasaner Polizeiwache.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold/Archiv

www.mr7.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Gesetz ist Macht – Bald wird sich ausser den Mitgliedern der regierenden Partei Einiges Russland keine Bevölkerungsgruppe finden, für die die Politik noch kein Gesetz zur umgehenden kriminalisierung bei „unbotmaessigem Verhalten“ gefunden hat.

    Nicht das ich die „Raspolizia“ hier verteitigen möchte, aber die echten Gauner treten natürlich im näheren Umfeld, dem Fahrwasser und direkt oder indirekt im Schatten der Macht auf.
    Auch die bei der Polizei, die sich jedoch dank dieser Politik mehr und mehr der öffentlicher Beobachtung enzieht. Die neuen Beleidigungsparagrafen verhindern in Zukunft Kritik und die „Raspolizia“ kann noch ungetruebter die guten und auch die weniger gesetzeskonformen Aufgaben erfüllen.

    Wenn irgendwann jeder Bürger sein Gesetzt hat mit dem er fuer kurz oder lang aus dem Verkehr gezogen werden koennte, dann ist Executive keine Organisation von der sich normale Bürger gut beschützt fühlen, jeder Kontakt ist dann besser zu vermeiden um keine schlafenden Hunde zu wecken.

    Ein Ergebnis des unkritisierbaren starken Staats und der vermeintlichen „Sicherheit“ des Putinismus.

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