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Mendelsohns Trikotagenfabrik in Petersburg wird überbaut

Von   /  27. Juli 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Nachdem sich die Pläne des Unternehmers Igor Burdinsky zerschlagen haben, die Trikotagenfabrik „Krasnoe Snamja“ („Rotes Banner“) in ein Kultur- und Erholungszentrum umzubauen, wird das Gelände überbaut. Das Prachtensemble des Konstruktivismus, das unter Denkmalschutz steht, muss einem Elite-Wohnkomplex weichen.

Seit Mitte Juli sind die Bauarbeiten des Unternehmens „Baltijskaja Kommerzia“ bereits im Gang. Burdinsky meinte gegenüber Fontanka.ru, dieser Schritt sei nicht nur ein Verbrechen, sondern Barbarei. Es ist bei weitem nicht der erste willkürliche Abriss eines denkmalgeschützten Bauwerks in Petersburg, aber es ist ein besonders gravierender Fall, weil die Fabrik als besonders schönes architektonisches Werk aus der Zeit des russischen Konstruktivismus gilt.

Grube für Tiefgarage ausgehoben

Bisher wird auf dem Territorium neben dem bekannten Kesselhaus eine Grube ausgehoben, in der eine Tiefgarage gebaut werden soll. Was aus dem Gebäude daneben werden soll, ist bisher unbekannt. Wie das Unternehmen „Baltijskaja Kommerzia“ bekannt gab, verlaufen sämtliche Arbeiten entsprechend den Vorgaben des städtischen Amts für Denkmalschutz KGIOP. Was mit dem Kesselhaus geschieht ist noch unbekannt.

Burdinsky gab jedoch zu bedenken, dass selbst wenn das Kesselhaus übrig gelassen werde, das architektonische Ensemble zerstört werde. Er verglich die Situation mit einem Neubau auf dem Schlossplatz. Auch wenn dabei die Eremitage nicht berührt würde, so wäre doch das Ensemble zerstört.

Von der Bank an Bauunternehmen verkauft

Burdinsky musste das Grundstück 2014 der Bank „Otkrytie“ überlassen, die es an „Baltijskaja Kommerzia“ verkauft hat. Budinsky, der selbst lange auf eine Genehmigung zum Ausbau der Liegenschaft gewartet hatte, bezweifelt die Rechtmässigkeit der Genehmigung, welche das Bauunternehmen von den Behörden innerhalb eines Jahres erhielt.

Burdinsky betonte, er habe jährlich mehr als 20 Delegationen aus aller Welt für eine Besichtigung des Baus empfangen, was die Bekanntheit und Bedeutung des Baus bestätige. Ausserdem sei der Ausbau der Trikotagenfabrik auch als mögliches deutsch-russisches Projekt während des diesjährigen Petersburger Dialogs behandelt worden.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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