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Meetings von Krim-Besetzungsgegnern und Nationalisten auf dem Petersburger Marsfeld

Von   /  11. März 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Am 8. und 9. März kam es auf dem Marsfeld erneut zu Kundgebungen von Gegnern und Befürwortern der russischen Krim-Intervention. Bis auf einige Provokationsversuche während der Kriegsgegner-Demo verliefen beide Demonstrationen friedlich (siehe Fotogalerie).

Am 8. März versammelten sich auf dem Marsfeld etwa 500 Menschen, um für Frieden und gegen einen gewaltsamen Anschluss der Ukraine an die russische Föderation zu demonstrieren (Fotogalerie). Darunter waren Anarcho- Kommunisten, Liberale , Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten. Zu sehen waren unter anderem die Flaggen der „Fortschrittspartei“, der „Autonomen Aktion“,  der „russischen sozialistischen Bewegung (RSD)“, der „liberalen Partei“ und der „Partei des 5. Dezembers“.

Das Hauptmotto der Veranstaltung lautete „Kein Krieg!“, unter den Plakaten waren verschiedene Positionen zu sehen. Während sich die einen gegen die Regierung Putin wandten, waren andere gegen die Besetzung der Krim gerichtet. Darunter waren auch „Zwischentöne“ zu entdecken, zum Beispiel Leute, die dem Euro-Maidan eine Absage erteilten, aber gegen den „Anschluss“ der Krim demonstrierten usw.

Rosa Hasen locken zu Tee und Gebäck

Eine von der Stadt organisierte Parallelveranstaltung „Der rote Frühling“ versuchte etwa 50 Meter daneben, der Kriegsgegner-Demo Leute abzuwerben. Animatoren in roten Hasenkostümen, die wie sich herausstellte für die Erotik-Ladenkette „Rosa Hase“ gehörten, lockten zu heissem Tee und Gebäck.

Viele Kundgebungsteilnehmer machten einen kleinen Abstecher in die Kochzelte, verpflegte sich und ging dann zurück ans Meeting. Polizisten beobachteten das Geschehen, sie griffen lediglich drei Mal ein, um Provokateure festzunehmen.  Laut vchera.com wurden alle jedoch kurz darauf wieder freigelassen.

„Von Gott gesegnet“

Am Tag darauf ging am selben Ort eine Veranstaltung der Befürworter der Krim-Besetzung durch russische Truppen über die Bühne, an der etwa 700 Personen teilnahmen. Wie Fontanka.ru meldete, wurde das Meeting von der so genannten „Volkskirche“ organisiert und von zahlreichen nationalistischen und kirchlichen Organisation unterstützt, darunter die Parteien „Heimat“ und „Grosses Vaterland“ und die „Bewegung für das russische Imperium“.

Unter den Rednern war die Ex-Stadabgeordnete (LDPR) Elena Babitsch, die alle Patrioten dazu aufrief, sich am Informationskrieg um die Ukraine zu beteiligen. Der Historiker Nikolai Starikow klärte die Menge darüber auf, dass der Westen schon seit Jahrhunderten versuche, Russland zu zerstören, und Anatoli Artjuch, der Anführer der „Volkskirche“, beschuldigte die Gegner der Krim-Intervention der „politischen Homosexualität“. Nach seiner Beschimpfung der „Faschisten“, die das Bruderland Ukraine besetzt hätten, gab er zu Bedenken, dass das sonnige Frühlingswetter an diesem Tag ein Zeichen des Himmels und die Kundgebung wohl von Gott gesegnet worden sei. (kes/eva)

Bilder: Kerstin Strey/ SPB-Herold

www.zaks.ru
www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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