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Medienspektakel: Petersburger Schiffsmuseum „Aurora“ ins Dock überführt

Von   /  21. September 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In einer spektakulären Überführungsaktions wurde am 21. September der legendäre Panzerkreuzer „Aurora“ ins Trockendock zur Reparatur nach Kronstadt verlegt. Die historische Fahrt des Kriegsschiffs und Symbols der Oktoberrevolution wurde von tausenden von Petersburgern vom Newa-Ufer aus verfolgt.

Von vier Schleppern in die Mitte genommen zog das historische Schiff majestätisch von seinem Liegeplatz am Petrograder Ufer die Newa hinab in Richtung Finnische Bucht und Kronstadt. Speziell für diese Überführungsfahrt waren die Troizki-, die Schloss- und die Blagoweschenski-Brücke hochgeklappt worden. Die ganze Prozedur wurde von tausenden von Zuschauern vom Newa-Ufer aus verfolgt und von Fernsehteams auf dem Kreuzer in Hubschraubern und von verschiedenen Stationen der Reise übertragen und kommentiert.

Zusammen mit der „Aurora“ kam eine weitere Schiffslegende ins Trockendock der Kronstädter Werft – der Eisbrecher „Krasin“, ebenfalls ein Petersburger Museumsschiff. Die beiden Schiffe sollen bereits bis Ende Jahr wieder an ihre angestammten Liegeplätze zurückkehren. Die „Aurora“ wurde das letzte Mal vor 27 Jahren überholt.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

 

Dossier „Aurora“:

Die Aurora wurde 1900 in der neuen Admiralitätswerft in St. Petersburg gebaut. Sie war das dritte Schiff der Pallada-Klasse, die in Russland zur Verstärkung der Ostseeflotte konstruiert und gebaut wurde. Die Kreuzer sollten sowohl Aufgaben in der Ostsee erledigen, als auch weltweit, insbesondere im Fernen Osten, operieren können.  Das Typschiff Pallada wurde 1895 auf Kiel gelegt und 1901 fertiggestellt. In dieser Zeit hatte die russische Marine Bauaufträge für leistungsfähigere Kreuzer ähnlicher Größe ins Ausland vergeben (Warjag, Askold, Bogatyr), die zwischen Januar 1901 und August 1902 ausgeliefert wurden.

1904 wurde es dem pazifischen Geschwader in Port Arthur zugeteilt, in dem bereits ihre Schwesterschiffe Pallada und Diana seit April 1903 stationiert Dienst taten. 1905 entkam es als eines der wenigen Schiffe, die nicht in der russisch-japanischen Seeschlacht bei Tsushima versenkt wurde, ins neutrale Manila und wurde interniert. 1906 wurde es zum Schulschiff umfunktioniert, zu Beginn des 1. Weltkriegs jedoch wieder in die Kriegsflotte eingegliedert. 1916 kam es für Reparaturarbeiten nach St. Petersburg. Ein Teil der Besatzung engagierte sich während der Februarrevolution 1917 auf Seiten der Bolschewiki und verteidigte auf Bitten Kerenskis das Winterpalais gegen General Kornilow.

In der Nacht auf den 25. Oktoberjul./ 7. November 1917greg. wurde die Aurora auf Befehl des Petrograder Militärrevolutionären Komitees in die Nähe der Nikolai-Brücke verholt, um die reibungslose Verlegung von Abteilungen der Roten Garde von der Wassiljew-Insel ins Stadtzentrum von Sankt-Petersburg zu gewährleisten. Am Abend des 25. Oktobers gab die Aurora mit einem Platzpatronenschuss aus der Bugkanone das Signal für den Sturm auf das Winterpalais, den Sitz der Provisorischen Regierung in Sankt Petersburg, durch die Bolschewiki. Der Sturm gilt als Beginn der russischen Oktoberrevolution. (Wikipedia)

 

Dossier „Krasin“:
Die Krasin (auch Krassin, russisch Красин) ist ein ehemaliger sowjetischer Eisbrecher, der nun als Museumsschiff in Sankt Petersburg liegt. Sie wurde nach Leonid Krassin benannt. Bis in die 1950er Jahre war sie das weltweit stärkste Schiff ihrer Art und stellte in dieser Zeit einige Rekorde auf. So war sie das erste Schiff, das im Winter die Küste von Nowaja Semlja erreichte. Die Krasin wurde zwischen 1916 und 1917 nach den Zeichnungen von Vizeadmiral Stepan Makarow im Auftrag des russischen Marineministeriums auf der Werft W.G. Armstrong, Whitworth & Co. Ltd. in Newcastle upon Tyne in Großbritannien gebaut, wobei ihr ursprünglicher Name Swjatogor war.

Im Jahre 1919 wurde sie während des russischen Bürgerkriegs von den Briten konfisziert, konnte aber zwei Jahre später nach diplomatischen Anstrengungen des Volkskommissars Leonid B. Krassin, eines „Kampfgefährten“ von Stalin, von der Sowjetunion zurückgekauft werden. Zu Ehren dieses Mannes wurde sie auf den Namen Krasin getauft. Sie wurde fortan als Eisbrecher und Rettungsschiff in arktischen Gewässern eingesetzt und war meist in Murmansk oder Archangelsk stationiert. 1928 wurde das Schiff durch die Rettung von Überlebenden der Nobile-Nordpol-Expedition und das Bergen des mit über 1.800 Menschen an Bord in Seenot geratenen deutschen Passagierschiffs Monte Cervantes bekannt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Krasin zum Schutz von Truppen- und Materialtransporten eingesetzt. In den Jahren 1953 bis 1960 wurde die Krasin in Wismar einer umfangreichen Modernisierung unterzogen. Unter anderem wurde der Antrieb von Kohle auf Öl umgestellt. Bis 1972 leistete die Krasin weiter als Eisbrecher Dienst. Danach wurde sie bis 1989 in Spitzbergen als schwimmendes Elektrizitätswerk und als Arbeiterbehausung eingesetzt. Heute liegt sie als Museumsschiff in der Großen Newa am Ufer der Wassiljewski-Insel in Sankt Petersburg. (Wikipedia)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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