Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Mecklenburg und Leningrader Gebiet: Wirtschaftskooperation trotz Sanktionen

Von   /  1. Juli 2015  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

spn.- Die Sanktionen kommen und gehen – Deutschland und Russland sind aber zu einer Zusammenarbeit verurteilt. Das betonten die Top-Repräsentanten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und des Leningrader Gebiets bei den regionalen Tagen der deutschen Wirtschaft am 24. und 25. Juni in dieser Region im Nordwesten Russlands.

„Wir verstehen ganz gut, dass die Sanktionen vorübergehend sind. Allein für das Leningrader Gebiet ist Deutschland der Außenhandelspartner Nummer Eins“, so Alexander Drosdenko, Vize-Gouverneur des Leningrader Gebiets. „Über 200 deutsche Wirtschaftsprojekte wurden hier erfolgreich umgesetzt. Wir verstehen, dass wir zu einer Zusammenarbeit wortwörtlich bestimmt sind. Wir treffen uns schon zum zweiten Mal seit der Einführung der Sanktionen, gerade sowohl Politikern als auch und vor allem den Geschäftskreisen zu zeigen, dass wir am Aufbau der Wirtschaftsbeziehungen interessiert sind.“

Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, stimmte dem im Interview mit Marina Piminowa zu: „Die Partner auf beiden Seiten der Meinung, dass es sehr gut wäre, wenn wir möglichst bald zu normalen Verhältnissen zurückkämen, wenn beide Seiten auf Sanktionen verzichten könnten. Gleichzeitig ist uns aber klar, dass dazu politische Gespräche auf anderer Ebene nötig sind. Aber wir wollen auch in dieser schwierigen Zeit den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen.“

Russischer Markt bleibt attraktiv

Tage der deutschen Wirtschaft im Gebiet Leningrad eröffnet
Einer der Teilnehmer der Tage der deutschen Wirtschaft, Rene Harun, Delegierter der Deutschen Wirtschaft, Direktor der Filiale Nordwest Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), schätzt das Potenzial des russischen Marktes sehr groß ein: „Der russische Markt ist attraktiv, weil hier die Kaufkraft an sich und auch das große Potenzial da sind. Die deutsche Wirtschaft, das,Made in Germany‘, ist hier hoch angesehen“.

Solche Gespräche müssen weiter stattfinden, meinte auch Ralph Damköhler, Niederlassungsleiter St. Petersburg Inros Lackner SE. „Es ist wichtig, dass solche Gespräche geführt werden, denn die Wirtschaft gerade in Mecklenburg-Vorpommern und Wirtschaft im Leningrader Gebiet sind eng verflochten auf verschiedenen Gebieten. Wenn Unternehmen sich weiter unterhalten, dann ist es nur gut für die baldige Normalisierung der Beziehungen“, so der Geschäftsmann.

Schiffsverkehr ausbauen

Das Gebiet Leningrad will die Kooperation mit dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern beim Seetransporten ausbauen, wie ein Sprecher der Verwaltung des Gebietes Leningrad mitteilte. Es gebe gute Kooperationsaussichten mit Mecklenburg-Vorpommern bei der Entwicklung des Hafens Ust-Luga. Von großer Bedeutung sei die Steigerung der Seetransporte der Fährverbindung Ust-Luga-Baltijsk-Sassnitz, sagte der Sprecher.

Dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, Claus Ruhe Madsen, zufolge ist Sassnitz-Mukran der einzige Hafen in der Welt, der russische Züge, die eine größere Spurweite als die europäischen haben, bedienen kann.

Bau der North-Stream-2-Pipeline

Ust-Luga gilt als einer der größten Häfen an der Ostsee. In unmittelbarer Nähe wurde mit der Umsetzung des Gazprom-Projekts zum Bau des Flüssiggaswerks „Baltijski SPG“ begonnen, dessen erster Abschnitt mindestens zehn Millionen Tonnen Flüssiggas für den Export nach Europa produzieren soll.

Die Erweiterung des Ust-Luga-Hafens wird auch mit dem Bau der North-Stream-2-Pipeline vorangetrieben. Das Projekt wurde beim Petersburger Wirtschaftsforum mit der Unterzeichnung einer Absichtsvereinbarung zum Ausbau der North-Stream-Pipeline gestartet. Durch die zwei neuen Stränge, die von Ust-Luga aus verlegt werden (North-Stream-1-Pipeline beginnt in Primorsk), sollen jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas gepumpt werden.

Bild: Wikipedia Commons

www.sputniknews.com

Weitere Artikel zu diesem Thema:


Petersbürgerin Gabriele Kötschau: “Russland ist mein viertes Leben”



[ad#ad-3]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Herold-Druckausgabe 11-12/2018 erschienen

mehr…