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Maut oder Diskriminierung ?

Von   /  3. Februar 2009  /  2 Kommentare

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mm- Ausländische Lastwagen zahlen seit dem 1. Februar eine Straßenbenutzungsgebühr für die Fahrt durch Russland. Die neue Strassengebühr welche mit 365 Rubel Pro Tag bis 60.000 Rubel pro Jahr gestaffelt ist, gilt nur für Fahrzeuge aus den Ländern, in welchen auch russische Fahrzeuge Maut bezahlen müssen. Diese Maut scheint vom Kremel schlecht durchdacht oder als politisches Statement schlecht gesetzt. Provoziert sie doch mit Sicherheit Reaktionen und ist, „da selektiv nach Herkunftsland erhoben“, ein negatives Novum bei der Anpassung Russlands an Westeuropa.

Auf den ersten Blick scheint dem geneigten Leser aus der Schweiz, Österreich oder Deutschland nur die neue Gebühr nur billig. Sind die Gebühren doch im Vergleich zur Heimat niedrig, und die Strasse haben ja durchaus potential verbessert zu werden, warum nicht mit einer Mautgebühr finanziert.

Der interessante Unterschied zu den in der Schweiz, Österreich oder Deutschland erhobenen Gebühren ist jedoch, dass in Russland die einheimischen Lastwagen und solche Fahrzeuge aus Ländern ohne Maut diese Gebühr nicht zahlen müssen.

Die Betroffenen Nachbarn, z.B. Finnland sind über die Geschwindigkeiten und Termin der Massnahme verwundert. So plant Finnland eine Maut ab 2010 und diskutiert dies öffentlich und informiert auch z.B. die Transportministerien der betroffenen Nachbarn. Die Russische Sonderlösung kam aber ohne Vorwarnung.

Wie du mir so ich Dir

Da die Höhe der zukünftigen finnischen Maut noch nicht festgelegt ist, befürchten die einheimischen Speditionen nun, dass sie für die Folgen der Kremel Blitzaktion extra zahlen müssen. Auch werden entsprechende Reaktionen und Sondergebühren für das russische Transportgewerbe in anderen EU Ländern erwartet. Erste Reaktionen der Transportminister zeigen, das die selektive Gebühr die Standards verschiebt. Bislang galten die Maut-Gebühren immer für „Alle“ oder „Keinen“.

Ob dem Kremel diese Feinheiten entgangen sind oder einfach nur ein politisches Zeichen gesetzt werden sollte? Die Neigung der russischen Regierung „quid pro quo“ auf allen Ebenen einzuführen hatte bei der Angleichung der Visaregelen für die Bussinessvisa bereits seine blutige Spur in Expatkreisen hinterlassen. ( Neue Regelungen für Aufenthalt )

Sollte „Quid pro Quo“ von der EU geantwortet werden, so dürfte das die russische Transportwirtschaft schwerer treffen wie die übliche Bürokratie und die üblichen „40km Staus“ an der Grenze.

So überquerten im Bereich des Zollbezirks Wyborg im Jahr 2008 ca. 1 Million Lastkraftwagen die Grenze. Davon waren ca. 80% russiche Fahrzeuge, 17% Finnische und 3% sonstige Nationen.
Kein Wunder das die Gebühr auch von der russischen Transportwirtschaft kritisiert wird.

Siehe u.A. auch

Artikel nach EU Angleichgung der Russischen Visaregelung.

Artikelserie „Aufenthalt“

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2 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    Viele meiner Bekannten in (RUS) denken reflexartig an das Selbe.
    Das ja nur als eine weitere „Wirtschaftsförderung“ im Sinne der Möglichkeit Schutz- und Bestechungsgelder seitens des Zolls und der GAI zu vom „arbeitenden“ Teil der Bevölkerung zu erpressen – Da in diesem Fall der Krug an den Einheimischen vorbeiging und nur die ausländischen Speditionen trifft machts nicht lustiger.

  2. siemel sagt:

    Mautgebühren sind immmer ein Ärgernis, aber auch eine willkommenne Einnahmequelle um, wenn richtig eingesetzt, die Strassen unterhält. Nur von denen Maut zu kassieren, die selber Maut verlangen, ist in meinen Augen, mehr als Rache, denn als Steuerungselement zu sehen. Solche Anordnungen nutzen keinem sonder rufen nur Verärgerung mit Reaktionen hervor, die keinem nützen.

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