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Masleniza – das Fest der tausend Pfannkuchen

Von   /  19. März 2013  /  Keine Kommentare

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eva.- Die „Butterwoche“ ist wie anderswo der Karneval dem Ende des langen und kalten Winters gewidmet (siehe Fotogalerie). Gleichzeitig ist es für alle Kirchengänger die letzte Gelegenheit, um noch einmal auf den Putz zu hauen und sich den Bauch vollzuschlagen, bevor die lange Fastenzeit vor Ostern beginnt.


Wie an anderen Festen auch, spürt man während der „Masleniza“ die Suche nach den historischen Wurzeln und traditionellen Ritualen – Russland ist auf Identitätssuche. Im Mittelpunkt stehen die „Bliny“ (dünne Pfannkuchen). Die ganze Woche vor dem Fest essen die Russen „Bliny“, man bringt sie mit an die Arbeit zu Freunden und Bekannten.

Süsse oder salzige „Bliny“

Dazu gibt es Fisch, Kaviar, Sauerrahm, Quark oder wann man es gerne süss hat Honig, Zucker, Marmelade und Kondensmilch. Nur Fleisch fehlt gänzlich, weil man sich in dieser Woche auf die anschliessende grosse Fastenzeit vorbereitet, die bis Ostern andauert. Dazu trinkt man entweder Tee oder „Medowucha“ – ein mit Honig gesüsstes Bier. Oft werden die „Bliny“ an der Masleniza gratis verteilt, daneben steht der Samowar mit heissem Tee-Wasser.

Der Ablauf des Masleniza-Fests ist nicht streng geregelt – es ist ein ausgelassenes, lautes Fest, das dem Karneval in anderen Ländern gleicht. Ohne Musik läuft nichts, und so treten meist Volksmusik-Kappellen mit Handharmonika und Balalaika und Tanzgruppen in Folklorekostümen auf. Aber auch hier sind die Spielregeln nicht so streng – Kindergruppen oder spontante Tänzer hüpfen im Kreis um die Musikanten und singen Volkslieder bis zum Umfallen.

Masleniza-Puppe wird verbrannt – der Winter ist vorbei!

Für die Kinder werden Mal- und Schminkgruppen organisiert, auf Eisbahnen können sie auf ihren „Watruschkas“ (eine Art Luftkissen) herunterrutschen. Die Älteren machen beim Seilziehen mit, veranstalten Schneeballschlachten oder klettern an einem hölzernen Mast um die Wette, der ähnlich aussieht wie ein Maibaum. Kunstschmiede stellen an Ort Hufeisen und andere  Glücksbringer her, und in geschmückten Pferdefuhrwerken kann man sich durch den Park fahren lassen.

Vielerorts ist in den letzten Jahren der Brauch der „Masleniza“-Puppen wieder eingeführt worden. Strohpuppen mit bunten Kleidern, die wie Vogelscheuchen aussehen, werden in einem Umzug durch die Menge geführt und danach unter Applaus verbrannt – der Winter ist vorbei!

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Masleniza im Park von Pawlowsk – ein buntes russisches Volksfest

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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