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Marsch gegen Faschismus – mit Kerzen und Rosen gegen Intoleranz

Von   /  20. Januar 2017  /  Keine Kommentare

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Von Andreas Rossbach

Am 19. Januar versammelte sich in St. Petersburg eine Menschenmenge von etwa 150 Leuten, um am Tag des Antifaschismus, gemeinsam gegen die Diskriminierung von Minderheiten, Gewalt und andere gesellschaftliche und politische Missstände im Land zu demonstrieren.

Die Mitglieder von Russlands sozialistischer Bewegung haben zuvor zum friedlichen Protest aufgerufen. Die Demonstranten versammelte sich an der Malaya Sadovayastraße, marschierten von dort aus in Begleitung der Polizei über den Newski Prospekt, gingen vorbei an der Erlöserkirche und gelangten schließlich an den größten öffentlichen Platz in St Petersburg, das Marsfeld.

Obwohl den Initiatoren des Protestes keine offizielle Genehmigung der Behörden vorlag, “griff die Polizei nicht ein und der Protest verlief weitgehend friedlich”, erklärt Ivan Ovsjanikow, Aktivist und Mitglied der Russischen Sozialistischen Bewegung (RSD) in St Petersburg. Doch der bekannte Aktivist “ Igor Andrejew, 77 Jahre alt und Überlebender der Leningrader Blockade, wurde von der Polizei festgenommen und auf das berüchtigte Revier Nummer 78 in der Chekhovastraße gebracht.

Menschen mit verschiedenen Ansichten vereint

Das Ziel des Protestzuges war “Menschen mit verschiedenen Ansichten zu vereinen”, erklärt Ovsjanikov. Wichtig sei dabei lediglich gewesen, dass alle Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Militarismus ablehnen. Allem Anschein nach waren sich die Demonstranten in dieser Hinsicht einig. Auf dem Marsfeld legten die Menschen Rosen nieder und einige von ihnen hielten kurze Ansprachen.

Sergei Siljoyn ist zum Gedenken an die Journalistin Anastasia Baburova und den Anwalt Stanislaw Markelow, die rechtsextremer Gewalt zum Opfer gefallen sind an die Kundgebung gekommen. “Ich bin auch hier um gegen Antisemitismus, Homophobie und Xenophobie zu protestieren, sagt der junge Aktivist aus Moskau der zu Besuch in St. Petersburg ist.

Festgenommener Aktivist nach Verhör freigelassen

Später gingen etwa zwanzig Aktivisten zum Polizeirevier 78, um Andrejew dort nach einem dreistündigen Verhör abzuholen. “Wir sind froh, dass er freigelassen wurde“, bestätigen mir mehrere Aktivisten. Solche willkürlichen Verhaftungen und anschließenden protokollierten Verhöre kommen immer wieder vor bei friedlichen Protesten.

Auch in anderen russischen Städten, in Moskau und Murmansk fanden am gleichen Tag antifaschistische Proteste statt. Dort wurden mehrere Aktivisten von der Polizei verhaftet. In Russlands Hauptstadt wurden fünf Aktivisten verhaftet, in der nördlichsten Großstadt Europas waren es sogar zehn.

Bilder: David Frenkel

Andreas Rossbach. Als freier Journalist schreibt er aus Russland und GUS Ländern für verschiedene deutschsprachige Medien über Soziales und Politik und andere Dinge, die ihn interessieren. St. Petersburg ist seine Geburtsstadt.

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Festnahmen in Petersburg und Moskau bei Gedenken an Doppemord an Journalistin und Anwalt

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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