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Mariinski II.: Der Boden hält jetzt – nur was man draufstellen will, ist unklar

Von   /  6. Februar 2009  /  Keine Kommentare

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In den Bau der zweiten Bühne für das Mariinski-Theater scheint nun endlich Bewegung gekommen zu sein – zumindest, was den Untergrund betrifft. Nachdem Dominik Perraults Glaskuppel endgültig vom Tisch ist, weiss man nicht, was für einen Bau man auf das Fundament stellen soll. Trotz allem soll der Bau bis 2010 fertig werden.

Von Eugen von Arb

Die Baugrube für das Mariinski-II am Krjukow-Kanal ist – begleitet von Skandalen und einer undurchsichtigen Hüst-Hott-Politik – mittlerweile zu einem kleinen Schandfleck für das Theater und die Stadt geworden. Um dem abzuhelfen, hat die Stadtregierung kürzlich den Medien die jüngsten Fortschritte vorgeführt.

Das Fundament, verkündete der Vizegouverneur für das Bauwesen Alexander Wachmistrow optimistisch, halte nun endlich und werde bis Ende 2009 fertig gestellt. Dank neuer Technologien gelang es, das instabile und feuchte Erdreich in den Griff zu bekommen. Laut Fontanka.ru sind sind momentan drei Firmen an den Bauarbeiten in Tiefen bis 12,7 Meter beteiligt: Lenmetrostroi, GSK und die Moskauer „Kosmos“.

Perraults Glas-Kuppel ist endgültig vom Tisch

Das schwierige Untergrund, der für widersprüchliche Expertisen und unzählige Verzögerungen sorgte, war 2006 nur ein Grund dafür, dass man sich vom auserwählten Stararchitekten Dominique Perrault trennte. Die wabenartige Metall-Glas-Kuppel über dem Theaterbau nach seinem Entwurf stiess bei grossen Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung.

Ausserdem wusste niemand so recht, wie man sie bauen sollte. Was letztendlich das grössere Problem war, ist unbekannt. Auf jeden Fall wurde Perraults Projekt vom Tisch gefegt mit der offiziellen Begründung, die Kuppel sei nicht realisierbar und halte dem speziellen Petersburger Klima nicht stand.

Die Kanadier haben es Gergiew angetan

Doch was nun? Zwar kann man sich jetzt über einen stabilen Grund freuen, aber was darauf stehen soll, weiss bis jetzt niemand. Es drängt nicht nur die Zeit, sondern ein Faktor macht die Weiterführung besonders schwierig: Die neue Bühne – wer auch immer ihn bauen wird – muss auf das bestehende Fundament passen und darf insgesamt nicht mehr als die budgetierten 9,5 Milliarden Rubel (rund 207 Millionen Euro) kosten. Am wahrscheinlichsten ist im Moment ein Entwurf des kanadischen Architekturbüros  Diamond & Schmitt Architects, dessen Oper in Toronto den Mariinski-Chef Valeri Gergjew begeistert hat.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Mariinski 2 – Kuppel wird vermutlich nicht nach Perraults Plänen gebaut (15.07.2008)

Mariinski – Neu Holland und Gazprom-Arena: Alles Pleiten, Pech und Pannen?  (15.10.2008)

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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