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Luisa Splett spielt Emil Frey – eine Schweizer Pianistin auf Spurensuche in St. Petersburg

Von   /  29. November 2010  /  1 Kommentar

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eva.- Seit Beginn ihrer Karriere hat die Winterthurer Pianistin Luisa Splett einen aussergewöhnlichen Weg eingeschlagen. Über Chile gelangte sie nach St. Petersburg, wo sie nicht nur ihre Ausbildung fortsetzt, sondern auch nach den Spuren des vergessenen Schweizers Emil Frey (1889-1946) sucht. Mit dem „Komponistenporträt Emil Frey“ in der Petersburger Philharmonie will Splett nun an Frey erinnern, der im vorrevolutionären Russland als Komponist und Pianist grosses Aufsehen erregte.


Mit dem Konzertprogramm “Inspiration Schweiz”, das auch Werke von Frey enthielt, unternahm Splett dieses Jahr bereits  eine Tournee nach Chile, Mexiko, USA und Zürich, wo ihr Konzert in der Tonhalle sehr gute Kritiken erhielt. Das Programm „Komponistenportrait Emil Frey“, das am 3. Dezember in der Philharmonie Petersburg aufgeführt wird,  enthält neben den in der Tonhalle interpretierten Werken auch das Klaviertrio Nr. 2, für das Emil Frey genau vor 100 Jahren den grossen Kompositionspreis am Anton Rubinstein-Wettbewerb erhielt.

Splett hat auch ihren ehemaligen Klavierprofessoren Karl-Andreas Kolly als Solisten nach Russland eingeladen, der selbst von einem Schüler Freys unterrichtet worden war und dessen Stil an Splett weitergeben hat. Er war es auch, der die junge Musikerin zur Beschäftigung mit Freys Werken angeregt hat. Neben den beiden Schweizer Interpreten tritt eine Reihe junger Musikerkollegen Spletts auf, die ebenfalls in St. Petersburg studieren – der französische Cellist Axel de Jenlis, die japanische Geigerin Haruko Wada und die russische Sopranistin Julia Savrasova.

Fühlt sich als “Urenkel-Schülerin” Freys

Luisa Splett, die sich als “Urenkel-Schülerin” Freys fühlt, wurde 1983 geboren und war Schülerin von Silvia Näsbom-Thellung und Karl Andreas Kolly. Dank einem Austauschjahr in Chile während der Schulzeit setzte sie ihre Ausbildung an der Universidad Mayor Santiago de Chile fort, wo sie 2006 ihr Konzertdiplom bestand. Über die Bekanntschaft mit der Musikerin Jelena Scherbakowa gelangte sie nach St. Petersburg, wo sie drei Jahre später am Konservatorium ihr Solistendipom absolvierte. An der Petersburger Herzen-Universität schreibt sie nun ihre Dissertation über Frey, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Petersburg eine vielversprechende Musikerkarriere begann.

Frey spielte auf Tourneen in Südamerika, Europa und in Ägypten, und sein Werk umfasst mehr als 100 Kompositionen, von denen die meisten aber ungedruckt blieben. Die Oktoberrevolution zwang Frey zur Ausreise aus Russland und machte einen Knick in seine Karriere. Zwar konnte er in der Schweiz weiter auftreten und unterrichtete bis zu seinem Tod am Konservatorium Zürich, doch stand er stets im Schatten seines Bruders Walter Frey und geriet in Vergessenheit.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Konzertprogramm „Komponistenporträt Emil Frey „

Variationen über ein hebräisches Thema op.1
Aus Vier Klavierstücke op. 12: „ Nocturne“
Fantasie über den Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ op. 33
Karl-Andreas Kolly, Klavier

Ausgewählte Lieder aus op. 30, op. 45 und op. 49
Julia Savrasova, Sopran (Russland)
Luisa Splett, Klavier

Pause

Aus Vier Klavierstücke op. 12: „Berceuse“
Aus Vier Klavierstücke op. 20: „Humoreske“
Aus der sechsten Suite op. 66: „Passacaglia“
Luisa Splett, Klavier

Klaviertrio Nr. 2 (damit hat Emil Frey 1910 den grossen Kompositionspreis gewonnen)
Trio „Raduga“
Haruko Wada, Violine (Japan)
Axel de Jenlis, Violoncello (Frankreich)
Luisa Splett, Klavier


Freitag, 3. Dezember, 19.00 Kleiner Saal der Schostakowitsch-Philharmonie. Newski Prospekt 30. Tel. 571-83-33. www.philharmonia.spb.ru

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Konzert der Schweizer Pianistin Luisa Splett am Konservatorium

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Simona sagt:

    All the best!!!!Good luck!

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