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Litauen wechselt in einer schwierigen Zeit vom Litas zum Euro

Von   /  29. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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eva.- Ab dem 1. Januar wird in Litauen der Euro eingeführt, und das Land rückt damit noch näher an die Europäische Union heran. Obwohl die neue Währung mehr Stabilität verspricht, sieht das Land mitten in der politischen Krise mit Sanktionen von Seiten Russlands schwierigen Zeiten entgegen.

Den Euro, der in den Jahren zuvor bereits in Estland und Lettland eingeführt wurde, begrüssen in Litauen rund 53 Prozent der Bevölkerung – 39 Prozent haben sich dagegen ausgesprochen. Ihr wichtigstes Argument ist die erwartete Teurung nach dem Wechsel, die der Euro bisher in praktisch jedem neuen Euro-Land nach sich gezogen hat. Ausser den Preisen würde 2015 nichts erhöht, weder Renten noch Einkommen sagten sich die Gegner.

Wie zum Beispiel der Sloty in Polen besass der Litas für die Litauer nach der Unabhängigkeitserklärung von der Sowjetunion eine wichtige moralische Bedeutung. Das war bereits in der Zwischenkriegszeit so, nachdem sich Litauen vom Zarenreich losgesagt hatte. Im Gegensatz zur polnischen Währung, die einen eigenen Kurs verfolgt, wurde der Litas aber schon früh direkt mit dem Euro gekoppelt, so dass die Umstellung zum Neujahr lediglich ein praktischer Vollzug dessen ist, was in der Banken- und Wirtschaftswelt schon lange passiert.

Russische Gegensanktionen belasten litauische Wirtschaft

Trotz der Turbulenzen der vergangenen Jahre verkörpert der Euro immer noch wirtschaftliche Stabilität. Um in den Euro-Verband aufgenommen zu werden, mussten sich die baltischen Staaten einer harten Prüfung durch die Europäische Zentralbank unterziehen, was beweist, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Doch in der aussenpolitisch gespannten Situation mit dem Nachbarn Russland hat die litauische Wirtschaft momentan andere Sorgen als das Rating in der EU-Wirtschaft.

Die russischen Gegensanktionen haben der litauischen Landwirtschaft schwere Verluste zugefügt. Zusammen mit den gegenseitigen politischen Animositäten bilden sie eine schwere Last für die Wirtschaft Litauens. Seine Brückenfunktion im Vierländereck – Polen, Weissrussland, Russland und Lettland ist in einer Zeiten, wo Brücken nicht gebaut, sondern abgebrochen werden, kaum zum tragen.

Bild: Wikimedia Commons

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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