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Litauen demontiert „Symbole der Okkupation“

Von   /  20. Juli 2015  /  5 Kommentare

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eva.- In der Nacht auf den 20. Juli wurden auf der grünen Brücke in der litauischen Hauptstadt Vilnius sämtliche Skulpturen aus der Sowjetzeit entfernt. Offiziell wurden sie aus Sicherheitsgründen demontiert, doch gab die Stadtregierung deutlich zu verstehen, dass sie nicht wieder an ihren Platz zurückkehren werden.

Die optimistisch vorwärtsmarschierenden Bauern, Arbeiter, Soldaten und Studenten müssen dringend überholt werden. Sie gehören zum stalinistischen Architektur-Ensemble, das der Stadt in den Fünfzigerjahren verpasst worden war und gelten heute als „Symbole der Okkupation“. Laut dem Bürgermeister Remigius Schimasjus haben die Skulpturen bezüglich Renovation nicht erste Priorität, und es steht noch nicht fest, was mit ihnen geschehen soll.

Da die Skulpturen bereits Risse aufweisen, mussten sie so oder so wegen Unfallgefahr von ihren Sockeln genommen werden. Die heiss diskutierte Frage ist nur, ob sie gleichzeitig von der Liste der Kulturschätze der Stadt gestrichen und für immer ins Depot oder in eine Sammlung verbannt werden. Während die Anhänger der litauischen Unabhängigkeitsbewegung die Figuren weghaben wollen, vertreten konservative Denkmalschützer die Position, sie seien Teil der Stadtgeschichte.

In Litauen ist das öffentliche Präsentieren sowjetischer Symbole verboten, was bereits zu Bussen und Verweisen bei russischen Autolenkern mit „USSR“-Klebern oder Hammer und Sichel-Abzeichen führte. Lettland stellte 2014 das Leugnen der „Sowjetbesatzung“ unter Strafe.

Bild: Wikimedia Commons

www.delfi.lt

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

5 Kommentare

  1. Stolze Baltin sagt:

    An C. Oswald: Warum stellen dann die Deutschen keine Hitler Statue auf? Das ist doch auch Geschichte. Deutsche könnten damit gut schmücken und die Vergangenheit auch heute visuell leben lassen. Es tut niemanden weh…oder vielleicht doch?! Ach, sein doch nicht schlimmer, wie die Kinder!
    Also, eine Schande so zu denken oder? Warum bestimmen Sie denn über die kleineren Länder, wie sie zu leben haben und was zu ihrer Stadtgeschichte gehören soll? Zum Glück ist Ihre Wahrnehmung der Geschichte und damit verbundenen Gefühle anderer Länder nur eine Minderheit. Shame to you!

  2. realsatire sagt:

    Ich kann verstehen das diese Sowjetischen Heldendenkmäler Unbehagen bei dem Teil der Bevölkerung in den Baltischen Staaten auslösen. Was in Russland zum nationalen Identität stiftenden Ritual gehört ist dort ein Zeichen der Kolonialisierung und Unterdrückung.

    Russland würde bzw. hat ja auch zu Recht faschistische Denkmäler beseitigen lassen.

    Bis Russland sich einer konkreten Aufarbeitung des Stalinismus und der Verbrechen gegen Minderheiten und Völker gestellt hat braucht fürs Selbstbewußtsein halt die Empörung über die Balten und deren Umgang mit den Denkmälern. Und genausolang werden die Nachbarn Russland auch nicht ernst nehmen können wenn Russland sich beschwert.

    Das zeugt vor allem für eine, der eigenen Größe unangemessene Unruhe, die vom weitgehend unfähigen politischen Personal gerne zur Ablenkung von den real existierenden Problemen genutzt wird, auf beiden Seiten der Grenze.

    Was mir in dem Kontext vollkommen unverständlich ist, das hier Deutsche Kommentaristen die Befindlichkeiten der einen Seite Hämisch kommentieren. Wo wart Ihr Als Karl Marx bei Euch abgebaut wurde ? Auf der Demo für die Restutierung der GröFaZ Büste?

  3. In einer Zeit, wo man in Moskau wieder ernsthaft darüber diskutiert, das Denkmal von Dscherschinsky wieder aufzurichten, das den Verantwortlichen für Massenmorde während des „Roten Terrors“ und Gründers der berüchtigten Geheimpolizei „Tscheka“ ehrt, sind solche Reaktionen verständlich, wenn auch nicht vernünftig.

  4. Lucki sagt:

    Diese Polit-Würstchen zusammen mit Lettland Estland und Polen sind Kriegstreiber erster Güte. Sie zündeln bis es knallt um sich dann unter Mutter´s Rock zu verkriechen. Helden oder doch nur Maulhelden ?

  5. Claude Oswald sagt:

    Die sind schlimmer als die Kinder. Das Ganze ist doch einfach lächerlich. Die Skulpturen sind Teil der Stadtgeschichte, und sie tun niemandem weh. Es sind höchstens ein paar Russenfresser, die sich das einbilden.

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