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Leise, aber unüberhörbare Kritik am Nachfolger – Ex-Gouverneurin Matwijenko besucht Petersburg

Von   /  3. Oktober 2012  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Die langjährige Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko stattete „ihrer“ Stadt vor einigen Tagen den ersten offiziellen Besuch ab. Sie besichtigte den Stadtbezirk „Krasnenkaja Retschka“, in dessen Regierung sie vor einem Jahr gewählt worden war, um kurz darauf in den Föderationsrat aufzusteigen.

Die Rundfahrt Matwijenkos am Samstag habe viele Journalisten an die berühmt-berüchtigten Kontrollfahrten erinnert, welche die Stadtchefin während ihrer Amtszeit regelmässig unternommen habe und die nun unter Gouverneur Poltawtschenko praktisch eingestellt worden seien, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

Wie schon damals wurde sie dabei sofort von einer Volksmenge bedrängt, die sich über die Missstände ihres Stadtviertels beschwerten. Das Repertoire an Klagen reichte vom illegalen Alkoholverkauf und nächtlichen Schlägereien über Probleme in den Polykliniken bis hin zu den teuren Gebühren für Kinderbetreuung. „Retten Sie uns, Valentina Iwanowna!“ So versuchten einige Frauen Matwijenko zur Rückkehr aus dem Föderationsrat nach Petersburg zu überreden.

Kritik mit einem Schuss Ironie

„Wie soll ich den zurückkommen aus Moskau – sie selbst haben mich doch dorthin geschickt“, antwortete Matwijenko lachend. Dann würden sie eben auf sie warten, lautete die Antwort – sie solle die Stadt während ihres „göttlichen Flugs“ aber nicht vergessen, antwortete eine der Frauen.

Die Journalisten interessierte mehr die Meinung Matwijenkos zur Arbeit ihres Nachfolgers Poltawtschenko, der nun schon ein Jahr im Amt ist. Natürlich müsse es die gegenwärtige Administration besser wissen, schickte Matwijenko mit einem Schuss Ironie in der Stimme voraus. Aber, als sie Gouverneurin gewesen sei, habe man 25 Prozent des Budgets für Entwicklung ausgegeben und nicht für laufende Kosten – darum habe man soviele Schulen, Strassen und andere Objekte gebaut.

Matwijenko: Bau des Orlowski-Tunnels unumgänglich

Kritisch äusserte sie sich auch gegenüber dem gestrichenen Projekt des „Orlowski“-Tunnels (budgetierte Kosten 100 Milliarden Rubel). ihrer Meinung nach müsse dieser Bau so oder so realisiert werden, weil es erwiesenermassen keine andere Lösung für einen ständigen Newa-Übergang gebe. Schon ihre Vorgänger Sobtschak und Jakowlew seien zu diesem Schluss gekommen.

Doch sie fand auch lobende Worte für Poltawtschenko – zum Beispiel gefiel ihr sein Einsatz für die Sanierung des historischen Stadtzentrums. Ein Projekt, so merkte sie an, das noch von ihrer Administration übernommen worden sei.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Das ein Projekt wie der Orlowski-Tunnel gestrichen wird und es Ihr missfällt ist logisch. Es dürfte wenige Projekte von Rang in der Stadt geben an denen die VTB ergo Ihr Sohn als Platzhalter nicht nach allen Regeln des „freien“ Marktes mitpartizipieren.

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