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Kunstwerke, die Grenzen erkunden und reflektieren sollen

Von   /  22. März 2017  /  Keine Kommentare

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Von Andreas Rossbach

Die Ausstellung „Die Grenze“ im Petersburger Design-Zentrum Artplay zeigt die Werke junger Künstler aus Russland, Osteuropa, Zentralasien und Deutschland. Wo was aufhört und wo was beginnt – auf diese Fragen versucht das Projekt Antworten zu geben (Fotogalerie).

In einem hellen großen Raum mit breiter Glasfront in einem alten Fabrikgebäude aus der Sowjetzeit stehen lauter Holzboxen in Schwarz mit blauer Verkleidung. “Ich war zuerst ein wenig verwundert, dass hier überall Kisten rumstehen und wusste nicht recht was die Aussage hinter den einzelnen Werken sein soll”, sagt Anna, die gekommen ist, um sich die Ausstellung “die Grenze” anzuschauen. Erst später hat sie verstanden, dass jede Box in der Ausstellung eine individuelle Interpretation von Grenzen und Grenzziehungen unterschiedlichster Art ist.

Wo beginnt die Grenze und wo hört sie auf ? Wo beginnt Asien und wo hört Europa auf? Über Antworten auf diese und andere Fragen sollen Besucher der Ausstellung nachdenken. Im Auftrag des Goethe-Institutes haben sich die Kuratoren Inke Arns, Direktorin des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) in Dortmund und Thibaut de Ruyter, Kurator und Kunstkritiker aus Berlin deswegen auf eine Reise begeben, um Künstler zu finden, die Grenzen auf ihre ganz eigene Weise erkunden und reflektieren wollen. Das Ergebnis der Recherchereise: 24 Künstler zeigen ihre Werke im Rahmen des Ausstellungs-Projektes.

Grenzen – ein hochaktuelles Thema

Dem Kurator Thibaut de Ruyter zufolge erkundet und reflektiert die Ausstellung einfach jede Form einer Grenze: “Es werden Aspekte wie das Gebiet des jeweiligen Landes, die Grenze zwischen Asien und Europa, oder Komfort-Zonen und die Angst sie zu verlassen thematisiert, sowie kulturelle und soziale Barrieren, also was deine Welt, von der der anderen trennt”. Eine Grenze ist hier als Metapher zu verstehen, etwas dynamisches, das Gegenstand von Übereinkünften und Veränderungen ist – ein hochaktuelles Thema für Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken ebenso wie für Deutschland und Europa.

Nach der Premiere der Wanderausstellung in Moskau, ist sie nun in St. Petersburg zu sehen. Weitere Stationen der Ausstellung sind Krasnojarsk, Kiew, Tiflis, Minsk, Dortmund und Länder in Zentralasien. Eines der ausgestellten Werke ist von der St. Petersburger Künstlerin Olga Jitlina: mehrere Stapel mit Zeitungen. Die Künstlerin setzt sich mit der Lebenssituation des Migrantenarbeiters Nasreddin Hodja in Russland auseinander. Mit ihrem Team hat sie sich über einen längeren Zeitraum mit ihm getroffen und unterhalten. Daraus ist eine Zeitung entstanden mit Sketchen und Comics und den besten Witzen von Nasreddin.

Bilder: Andreas Rossbach

Bis 11. April. Design-Zentrum Artplay, Krasnogwardejskaja Ploshad 3. Exkursionen: 25. März, 1. und 8.  April, jeweils um 15.00. Eintritt frei. www.goethe.de/ins/ru/de/sta/pet.html

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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