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Künstler Michail Schemjakin legt sich mit Mariinsky-Theater an

Von   /  20. August 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der bekannte zeitgenössische Petersburger Künstler Michail Schemjakin hat den künstlerischen Leiter des Mariinsky-Theaters Valeri Gergiew verklagt, weil dieser sich angeblich seit Jahren weigert, ihm Honorare für Bühnenbilder und Kostüme zu zahlen.

Wie Schemjakin gegenüber dem Radiosender „Echo Moskwy“ erklärte habe er vor acht Jahren die Bühnendekoration und die Kostüme für drei Einakter-Ballette angefertigt – nach der Musik von Strawinskys „Sacre du printemps“, Dostojewskis „Die Sanfte“ sowie ein „Metaphysisches Ballet“. Bis heute habe er weder Vertrag noch Honorar für die Arbeit ehalten, mit der er sich zwei Jahre beschäftigt habe, obwohl man sie ihm versprochen habe und er mehrmals darum gebeten habe. Alle, vom Choreographen bis zu den Tänzern, hätten ihr Geld bekommen, nur er nicht.

Valeri Gergiew weigere sich, ihn zu bezahlen mit der Begründung, die Einakter hätten dem Theater keine grossen Einnahmen beschert, so Schemjakin. „Aber wie konnten sie Geld einbringen, wenn das Ballett nicht mehr als zwei oder drei Mal gezeigt wurde?“ Eigentlich hätte das Ballett ohne unterschriebenen Vertrag mit ihm gar nicht aufgeführt werden dürfen. Aber das zeige den Charakter des kommenden „Zars auf dem Gebiet der Künste“, so Schemjakin.

Zwangsweise in psychiatrische Klinik eingewiesen

Der in Frankreich lebende Universalkünstler Schemjakin gilt als Leitfigur in der zeitgenössischen Petersburger Kunstszene. Der 1943 geborene Nonkonformist legte sich bereits als Kunststudent mit dem sowjetischen Regime an und wurde zwangsweise für drei Jahre in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und 1971 ausgebürgert. Nach 18 Jahren Exil in Amerika und Europa kehrte er als bekannter Künstler wieder zurück.

Er gründete das Schemjakin-Zentrum in St. Petersburg und lebt und arbeitet zeitweise in Russland. Für Petersburg schuf er eine Reihe von öffentlichen Skulpturen – die bekanntesten sind die „Sphinx“-Figur am Newa, die an die Opfer der politischen Repression des Sowjetregimes erinnert sowie die Figur Peters des Grossen mit dem „kleinen“ Kopf in der Peter- und Paulsfestung.

Bild: www.mihfond.ru

www.fontanka.ru

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Kultur: “Der eherne Sitzer” – Schemjakins Peter der Grosse ist eine Touristenattraktion

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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