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Krisenpanik nach Rubelsturz hat sich gelegt

Von   /  21. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nachdem die russische Bevölkerung in den den ersten Tagen nach dem abrupten Rubel-Kursabsturz panikartig ihre Guthaben auf den Banken abgehoben und die Geschäfte gestürmt hatte, ist am Wochenende danach Ruhe eingetreten.

Nachdem der Rubel am 16. Dezember kurzfristig die 100-Marke für einen Euro überschritten hatte, hat er sich mittlerweile wieder im Bereich von 74 Rubel pro Euro eingependelt. Eine Wiederholung des Totalabsturzes von 1998, die von vielen befürchtet worden war, hatte sich nicht eingestellt.

In den beiden Hauptstädten war es nur in Einzefällen zu Zahlungsschwierigkeiten bei den Banken gekommen. Bei Stichprobenbesuchen in den Petersburger Filialen von Baltijski Bank, Energomaschbank und Sberbank konnten keine längeren Warteschlangen vor den Schaltern oder Bankomaten festgestellt werden.

Nur in einigen Provinzstädten waren die Reserven an Rubel und Valuta zeitweise ausgegangen. Alles in allem hat sich das Wirtschaftssystem wieder gefangen – wenn auch auf tiefem Niveau.

Grossunternehmer zu Valuta-Opfern überredet?

Inwiefern dazu Präsident Putins selbsicherer Auftritt an der grossen Medienkonferenz beigetragen hat, ist fraglich. Experten- und Medienstimmen äusserten sich mehrheitlich skeptisch zu den Massnahmen zur Krisenbekämpfung. Man warf ihm unter andere vor, dieselben Instrumente wie bei der Weltwirtschaftskrise von 2008 anzuwenden, obwohl die Situation eine völlig andere war.

An einer Krisensitzung mit den wichtigsten Wirtschaftsvertretern wurden Schritte zur Stabilisierung der russischen Währung verhandelt, über die Ergebnisse des Treffens wurde jedoch wenig bekannt. Wie Gazeta.ru vemutet, wurde dabei versucht, die Grossunternehmer zum Verkauf eines Teils ihrer Deviseneinkommens zu Gunsten des Rubels zu überreden – gewissermassen als patriotische Pflicht.

Normales Kundenaufkommen und Preiserhöhungen

Äusserlich hat sich die Situation zumindest vorläufig etwas beruhigt. Wie Fontanka.ru berichtet, war der Sturm auf Möbel- und Elektronikgeschäfte bis zum Wochenende abgeflaut. Ikea hatte den Verkauf von Küchenmöbeln wegen Überlastung eingestellt und angekündigt, die Preise zum Wochenende zu erhöhen. Am Samstag war das Aufkommen an Konsumenten in den Grossmärkten Mega am Stadtrand nicht grösser als an anderen Wochenenden.

Auch Elektronikgeschäfte, wie MVideo oder Eldorado in denen die Leute noch zu Beginn der Woche wie wild Fernseher und Kühlschränke gekauft hatten, meldeten normale Kundenzahlen für die Festagszeit. In einigen Geschäften, zum Beispiel Maxidom waren lange Käuferschlangen vor den Kassen und leere Regale zu beobachten.

Geschäfte, die ihre Preiserhöhungen ankündigten, hatten zeitweise volle Lokale an den letzten Tagen, an denen die alten Preise gültig waren. In den übrigen Geschäften wurden die Preiserhöhungen schrittweise und quer durch das ganze Sortiment vorgenommen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.gazeta.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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